one of a kind
«Not my cup of tea». Sich selbst als Professor vorzustellen, als Wissenschaftler, war für Jirí Kylián ein Ding der Unmöglichkeit. Je länger der einstige NDT- Chef indes über ein Forschungsprojekt für Codarts nachdachte, desto verlockender erschien ihm der Gedanke, sein eigentliches Thema, d. h. den Tanz, einmal auf unterschiedlichste Weise zu ergründen.
Nach längerer Bedenkpause nahm er das Angebot von Samuel Wuersten an, machte mit Friederike Lampert, Désirée Staverman, Michael Schumacher und Sabine Kupferberg gemeinsame Sache und brachte unter seinem Stück-Titel «One of a Kind»
in Rotterdam das drei Jahre währende «Kylián Research Project» auf den Weg.
Dessen Ergebnisse können sich jetzt sehen lassen, dokumentiert in einem ebenso attraktiven wie anregenden Buch, das die fünf Themenblöcke interaktiv aufblättert. Denn die Wechselbeziehungen zwischen Tanz & Alter, Tanz & Stimme, Tanz & Musik, Tanz & Visuelle Technologie, Tanz & Design werden nicht einfach in Form von Materialsammlungen, Meinungsbeiträgen oder Interviews abgehandelt. Am Ende jedes Kapitels findet sich der Hinweis auf einen Kurzfilm im Internet, ein Fragenkatalog und ein knappes, aber umso konzentrierteres ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: Jiri Kylian, Seite 24
von Hartmut Regitz
Als das Tanztheater Wuppertal im Februar ein leeres Werksgelände mit «Underground II» – kurzen Eigenkreationen seiner Tänzer – bespielte, fiel Paul White mit einer Mischung aus Humor und Ernst aus dem Rahmen allzu vieler elegischer Szenen. Er klemmte in einer Ecke mit einem gekrakelten Schild, «Bitte um Spenden, ich habe mein Talent verloren», führte unisono mit...
Ab und zu kommt es vor, dass uns das Einfache überrascht. Dass plötzlich, unter den vielen Vorstellungen an den vielen Spielstätten, die wir besuchen, eine Aufführung uns packt, von der wir es gar nicht erwartet hätten. Und uns vor Augen führt, dass wir eben doch längst noch nicht alles gesehen haben. Ladies and Gentlemen: Darf ich Ihnen den norwegischen Tänzer und...
Der Choreograf Jerome Robbins war ein wohlhabender Mann und dazu noch ausnehmend generös. Schon 1958 rief er eine Stiftung ins Leben, die allerlei Leute mit Stipendien versah, aus denen Berühmtheiten wurden: etwa Paul Taylor und Twyla Tharp. Zugleich wusste Robbins, den alle Welt nur «Jerry» nannte, seinem Werk wie sich selbst ein Denkmal zu errichten: durch eine...
