Breakin’ Numbers
Go Ready
Eintausend Tänzer treffen sich im tanzhaus nrw in Düsseldorf ohne Choreografen, ohne Ballettmeister, ohne ihre Eltern und erst recht ohne Kritiker. Die Tänzer bringen nur mit, was sie wirklich brauchen: Diejenigen, die man ihre fingerfertigen Pianisten nennen könnte, die DJs, dazu ein paar altvordere Tänzer. Sie spielen die Judges. Die Jury. Es gibt keine Audition, keine Zulassung, keine Beschränkungen. Angemeldet per Internet, bilden sie am späten Nachmittag einen Bienenschwarm, um bei der Registratur zur Nummer zu werden.
Nicht der Name zählt, nicht der Ruhm, nicht die Karriere – alle sind gleich. Nicht gleich gut, aber das wird sich zeigen. Keine Vorauswahl. Jede Nummer gegen jede und alle gegen die Musik. Das ganze Haus am Düsseldorfer Bahnhof, die Studios, die Ränge, die große Bühne, gedampft voll mit Tänzern. Nur das Bistro nebenan nicht – kein Alkohol, auch sonst keine Drogen. Ist ihnen zu teuer. Es reicht, wenn tausend Selbertänzer dem Solisten zujubeln, der nur knappe dreißig Sekunden kurz im Mittelpunkt steht und zeigt, was los ist. Wenn man Glück hat, und die Stimmung gut steht, verwandelt eine einzige Person das Theater in eine mit wedelnden Armen jubelnde ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Heinz Spoerli erhält am 21. März im Essener Aalto-Theater den Deutschen Tanzpreis 2009, hierzulande der wichtigste Preis, der vom Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik mitgetragen wird. Er lobt Tradition und Nachwuchsförderung, was auch das traditionell gesetztere Alter der Preisträger erklärt. Der Zürcher Ballettchef Heinz Spoerli ist 67 und hat wie viele vor...
«Wer eine Zukunft haben will», sagt Berndt Schmidt, «muss erst einmal in der Gegenwart ankommen». Als der Intendant des Berliner Friedrichstadtpalasts im November 2007 sein Amt antrat, agierte das Ensemble – ein Ballett mit weithin berühmter Girlreihe und Live-Orchester – oft vor schwach besuchtem Haus. Innerhalb weniger Jahre hatte sich die Auslastung der knapp...
Als der österreichische Choreograf Michael Klien 2003 die Daghdha Dance Company übernahm, zog die irische Tanztruppe von der University of Limerick um in einen Kirchenbau in der Stadtmitte. Das war ein durchaus symbolischer Akt. Klien wollte den Tanz von seiner «selbstreferenziellen Note» der Akademia befreien, um Freiräume zu erobern.
Kaum in St. John’s Church...
