Déjà Donné: «A Glimpse of Hope»

München

Tanz - Logo

Das Geschlecht ist ein soziales Konstrukt, das es zu dekonstruieren gilt. Was wir in den 1990er Jahren (Judith) Butler-brav theoretisch paukten, dürfen wir heute begucken: Die Tanzbühne der in Italien ansässigen Gruppe Déjà Donné ist postfeministisches Schlachtfeld. «A Glimpse of Hope» – diese Hoffnung ist weiblich. Die im Düsseldorfer tanzhaus nrw uraufgeführte Produktion ist der zweite Teil einer Trilogie, in der die Formation um die beiden Tänzer und Choreografen Lenka Flory und Simone Sandroni sich aufmacht, das Glück zu suchen.

2006 durften die Männer, jetzt sind vier Frauen dran.
Das Rezept zum Glücklichsein ist rasch verordnet: Weib, hau auf den Putz! Lass die Stereotypen kollidieren und kollabieren. Déjà Donné bastelt an den Biografiepartikeln der Tänzerinnen und inszeniert sie ganz im Sinn von Judith Butler – Aufhebung der Geschlechteridentität per Geschlechterparodie.
«Grrrrl power». Eine knatschgelbe Fahne mit dieser Aufschrift flattert durch den Raum. Die Frau, die sie trägt, rennt ziellos im Kreis herum, alle anderen hinterher. Die Frauen kreischen begeistert, sie schlagen Räder, rudern mit den Armen, trappeln mit den Turnschuh-Füßchen und rennen, rennen, rennen. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 38
von Nicole Strecker

Vergriffen
Weitere Beiträge
Merril Ashley

Sie haben mehr als 30 Jahre beim New York City Ballet getanzt. Wie war Balanchine als Lehrer?                                                                                                                       Er unterrichtete jeden Tag, außer er war krank oder unterwegs. Selbst an unserem freien Tag, dem Montag, hielt er ein freiwilliges Training ab. Balanchine...

Ruhmesblatt

«Freut Euch!» Ganz Köln ist mit diesem fast weihnachtlichen Slogan zuplakatiert. Man sieht ein Mädchen auf einem Bein, das sich freut. Und tanzt. «Das neue Tanzmuseum kommt». Da ist es. Dabei sitzt es schon seit 1997 im Mediapark, dem nicht eben gemütlichsten Ort in der Stadt. Und im dritten Stock. Aber es wurde umgebaut. Jetzt ist alles viel heller. Der erste...

Ángel Corella

Ihn kennt hier kein Mensch. Aber außerhalb unserer Grenzen gehört der Principal des American Ballet Theater zu den ganz Großen. Nina Ananiashvili hat sich von ihm auf Händen tragen lassen. Zu seinen Partnerinnen zählen Alina Cojocaru, Alessandra Ferri, Julie Kent und Diana Vishneva. Und niemand anders als Natalia Makarova hat den Madrileño bei einem Wettbewerb...