John Neumeier: «Hommage aux Ballets Russes»

Hamburg

Tanz - Logo

Am 18. Mai 1909 wurde im Théâtre Châtelet die Saison Russe mit dem «Pavillon d'Armide» eröffnet: kein Ballett gab die Visionen Diaghilews sichtbarere Gestalt als jenes Drame chorégraphique en un acte et trois tableaux eines gewissen Mikhail Fokine. John Neumeier spricht von einem «unglaublichen Erfolg», die das Werk erfahren habe, von einer «regelrechten Offenbarung» – auch wenn es in Gänze nicht erhalten ist: ein Los, das der «Pavillon» mit «Le Sacre du printemps» von Vaslav Nijinsky teilt.


Der steht am Ende einer «Hommage aux Ballets Russes», mit der Neumeier eines balletthistorisch entscheidenden Datums gedenkt - nicht in einer authentischen Vorstellung, sondern in einer Version von Millicent Hodson und Kenneth Archer, die sich dem Original so weit wie möglich annähert. «Inspiriert von Vaslav Nijinsky» heißt es ehrlicherweise. Das Hamburgs Ballett versucht gar nicht erst, die skandalösen Umstände der Uraufführung auch nur anzudeuten. Die beiden «Bilder aus dem heidnischen Russland» stehen für sich, zwar leicht angejahrt, aber noch immer imponierend in ihrer vielgestaltigen, geradezu «futuristischen»  Fülle. Silvia Azzoni verkörpert sowohl eine 300-jährige Frau im ersten Teil als ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2009
Rubrik: Kalender, Seite 82
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Helsinki hat gewählt

Beim 6. Int. Ballettwettbewerb erklärte die Jury den Chinesen Xiaoyu He, 21, zum Gewinner. Das Ensemblemitglied des Chinesischen Nationalballetts erhielt den mit 12 000 Euro dotierten Gloria Grand Prix. Geholfen hat ihm seine Partnerin Haijing Yao, die ebenfalls einen ersten Preis erhielt, neben ihrem Landsmann Jun Shuang Huang. Die Chinesen in diesem Jahr: fast...

Sinn für Richtung

Sinn für Richtung. Oder Wissen um die Richtung? Auch Wesen der Regie. «A sense (essence) of direction» ist mehrdeutig. Für Choreografen und Lebenskünstler formuliert der Satz ein Überlebensprinzip. Doppelsinnige, dialektische, irreführende und Markierungen setzende Botschaften adressieren Thomas Plischke und Kattrin Deufert an die Zuschauer in ihrer auf Kampnagel...

Carlos Acosta

Von zwei Auftritten in München und Stuttgart abgesehen, kennt ihn in Deutschland kein Mensch. Das könnte sich bald ändern. Acosta, als einziger Tänzer bei Decca unter Vertrag, möchte mit seiner Show «Tocororo» gastieren, auch Auftritte à la «Don Quixote» schließt er nicht aus. Womöglich kommt er sogar ins Kino. Ein Spielfilm, basierend auf seiner Autobiografie, ist...