Pierre Lacotte: «La Sylphide»
«Es ist den Volkssagen eigentümlich, dass ihre furchtbarsten Katastrophen gewöhnlich bei Hochzeitsfesten ausbrechen.» Der Ironiker Heinrich Heine hatte bei seinen Reflexionen über die «Elementargeister» auch «La Sylphide» im Blick. Er war Zeitzeuge von Marie Taglioni, die im Tanztheater ihres Vaters Filippo als Elfe mit Flüglein und Spitzenschuhen Triumphe feierte – genau wie Hélène Bouchet nun im Remake des Balletts an der Hamburger Staatsoper durch Pierre Lacotte.
Anhand historischer Dokumente empfand der Choreograf das Signaturstück der Romantik nach, das 1832 den Kilt, das weiße Tutu und das Ballet blanc auf die Tanzbühne brachte. Bei der Premiere zeigte sich John Neumeiers Kompanie von überraschend neuer Seite. Bravourös beherrscht es den «altmodischen», technisch anspruchsvollen Stil der französischen Klassik.
Am Hochzeitsmorgen passiert es. Bräutigam James erscheint eine Elfe. Sie umgarnt ihn scheu doch unnachgiebig, stibitzt ihm den Trauring und lockt ihn zu ihren luftigen Schwestern in den Wald bei Vollmond. Gelegenheit für Zaubertheater nach Märchenart: James meint überall sein Traumgeschöpf zu sehen. Sie erscheint in der Wand oder einer Säule, schwebt über Nebelwolken ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie waren Tänzerin, Choreografin, Jurorin des Choreografenwettbewerbs in Ludwigshafen. Jetzt vermitteln Sie bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung in Köln. Warum? Ich weiß, wie schwierig es ist, Arbeit zu finden. Vor einigen Jahren musste ich in Lübeck als Choreografin aufhören, weil kein Geld mehr da war.
Wie Ihre Vorgänger kommen Sie vom Fach. ...
Tae-eun Kim, Sie haben selbst getanzt, später in Rom Soprangesang und in Florenz Kunstfotografie bei Sabine Korth studiert, einer Meisterin der Fotomontage. Fashion-Fotografie lernten Sie bei Koreas Meister Seong-jin An. Und nun setzen Sie für die koreanische Ausgabe von Harper’s Bazaar Tänzer als Models ein. Warum? Ich fotografiere auch oft...
Man braucht die richtigen Werkzeuge, sagt Anouk van Dijk, wenn man die Kunstform weiterentwickeln will. Folgerichtig hat die Choreografin über fünfzehn Jahre ihre «Countertechnique» ausgefeilt. Nicht, wie oft, bloß individuelles Vokabular, dessen Vermittlung eigentlich dazu dient, eine spezifische Ästhetik zu verbreiten. Van Dijks Technik ist Grammatik – vor allem...
