no it is!
Dem Thema «Zeit» gehört ein zentraler Platz im vielschichtigen Œuvre von William Kentridge. Für Arbeiten wie «Mine» (1991), «Felix in Exile» (1994), «History of the Main Complaint» (1996) oder «Tide Table» (2003) nutzt der Südafrikaner das Medium Film, um eigene Kohlezeichnungen aus ihrer statischen Form zu befreien und sie mittels Animation in dynamische Kunstwerke zu verwandeln, die zumeist von seiner Heimatstadt Johannesburg erzählen.
Deren Geschichte ist untrennbar mit dem Bergbau verbunden, einem Industriezweig, der den frühen britischen Siedlern und späterhin der vorherrschenden weißen Bevölkerung Reichtum bescherte. Es ist auch eine Geschichte der Ausbeutung – der schwarzen Minenarbeiter wie der natürlichen Rohstoffe des Landes. Mit seinen Animationsfilmen schlägt Kentridge eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und beleuchtet die Auswirkungen, die die Vorherrschaft des weißen Apartheid-Regimes auf die mehrheitlich schwarze Bevölkerung der größten Stadt Südafrikas hatte – und hat.
Das Bemerkenswerte an Kentridges Kunst, die bei der letzten Ausgabe des Berliner Festivals «Foreign Affairs» – es wird von einem Format für «Immersive Arts» abgelöst – im Zentrum steht: ...
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Tanz Juli 2016
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Mary Corrigall
Sie haben in den letzten 18 Jahren 42 Premieren und 26 Uraufführungen herausgebracht und wahrscheinlich das ästhetisch am weitesten gespannte Repertoire der Republik entwickelt. Für Aufsehen haben dabei eher die Erstaufführungen als die Neukreationen gesorgt – der erste Forsythe-Abendfüller bei einer anderen Kompanie, der erste Cunningham, das erste Bausch-Stück …...
Die Orgien sind auch nicht mehr das, was sie mal waren: Vor über 100 Jahren entfesselte Mikhail Fokine in «Scheherazade» einen rauschhaften Tumult, heute rutschen Ballettorgiastiker in Sado-Maso-Kunstleder aufeinander herum und beißen gemeinsam in einen roten Apfel. Diese recht aufgesetzt wirkende Skandalnummer mit dem Yuppie-Hofstaat gibt in der Stuttgarter...
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Woran liegt es, dass junge nordische Choreografinnen oft so eine unprätentiöse Klarheit ausstrahlen? Ellinor Ljungkvist wirkt angenehm selbstbewusst und aufgeschlossen. Studiert hat die 30-jährige Schwedin mit einem Abschluss in Ballett und zeitgenössischem Tanz an der Salzburg Experimental Academy of Dance (tanz 3/16) und dem Berliner...
