Contra

Braucht das Ballett die Fotografie? Die stellvertretende Intendantin Christiane Theobald am Staatsballett Berlin findet, die Wirkung eines fotografischen Bildes wird manchmal auch überschätzt.

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Man kann den künstlerischen Bühnentanz in noch so hoher Qualität betreiben – das allein reicht niemals aus, um in eine Gesellschaft wirklich hineinzuwirken oder mehr Menschen zu erreichen. Wie beim Kino, wie beim Konzert – und beides ist verbreiteter als das Ballett – gilt: Es müssen für die Gesellschaft Bilder geschaffen werden. Und weil es nie und nirgendwo eine einheitliche Gesellschaft gibt, weil sich jede Gesellschaft in viele verschiedene Szenen, Schichten, Sozialcluster unterteilt, muss ein Image her: ein optimales Image, das alle gleichzeitig anspricht.

__________womit wirbt man?

Die klassische Tanzfotografie spielt dabei kaum noch eine Rolle. Sie ist eher selbst ein künstlerischer Ausdruck, denn die Tanzfotografie übersetzt den Tanz in ihre eigene Form, sie hält eine Bewegung fest. Ist dieses Festgehaltenwerden aber das, was Ensembles brauchen, wenn sie Aufmerksamkeit suchen? Der festgehaltene tänzerische Moment ist ja nicht gleich ein Hingucker. Um ein bestimmtes Bild von einem Ensemble herzustellen, also ein Image, findet doch eher ein Foto Verwendung, das verändert wurde – und sei es nur durch eine Beschriftung. So ein Werbebild ist für mich keine Tanzfotografie. Ich ...

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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Wirkung, Seite 96
von Christiane Theobald

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Impressum

tanz__Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance__Herausgeber / publisher Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

__Redaktion / editorial office Marina Dafova, Hartmut Regitz, Arnd Wesemann, Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Marc Staudacher, Dorion Weickmann
Knesebeckstraße 59-61, D-10719 Berlin, Tel +49-(0)30-254495-20, Fax -24, redaktion@tanz-zeitschrift.de,...

Tänzerin des Jahres: Anne Teresa De Keersmaeker

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«publikum spielt mit: lachen, spucken, pfiffe, tierlaute #balletsrusses @tceopera #skandal», twitterte @jeancocteau am 29. Mai 1913, angehängt war die verwackelte Smartphone-Aufnahme einer tobenden Menge. Binnen Sekunden ging der Tumult im Théâtre des Champs-Elysées um die Welt, am nächsten Morgen klickte man in Petrograd und New York die Mitschnitte auf YouTube...