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Ausstellung: Charles Atlas

Das letzte Wiedersehen mit diesem Pionier der Videokunst bescherte uns vergangenen Sommer der Brite Michael Clark. In dessen Choreografie «to a simple rock ‘n’ roll...song» lief ein ziemlich psychedelisches Video, «Painting by Numbers» von Charles Atlas. Dazu gab›s Patty Smith, eine Menge Tänzer in kurioser Schräglage und das Lebensgefühl der 1990er-Jahre: die Renitenz der Einzelnen gegen die Machtgeilen dieser Welt. Bekannt wurde Charles Atlas durch Videoarbeiten, die er schon früh gemeinsam mit Merce Cunningham schuf.

Als eigenständige Kommentare zum «Zeitgeist», ein Begriff, damals gerade dabei, Furore zu machen: Tänzer in Aktion am Flughafen, Drag Queens, rauchende Galeriebesucher – manches kommentierte das Bühnengeschehen, anderes dokumentierte Rebellion, so etwa sein größtes Werk in dieser Videoausstellung, «Glacier», auf drei Wände projiziert. Es nimmt die Macht des Menschen über die Natur aufs Korn und zeigt den ohnmächtigen Widerstand der Körper gegen die Ära des damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Das Politische im Tanz, es rührt, macht Spaß und ist wunderbar queer in dieser Werkschau namens «Charles Atlas: Scary, Scary, Community Fun, ...

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Tanz Mai 2018
Rubrik: Kalender, Seite 54
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