Oldenburg: Bill T. Jones: «D-Man ...», Antoine Jully: «Generation Y»
Ausgerechnet Oldenburg. Nirgendwo in der Republik wird die sattsam bekannte Konstruktion einer Generation «Golf», «Praktikum», «X», «Y» usw. mehr kritisiert als an der hiesigen Uni, durch den Soziologen Marcel Schütz. Und niemand macht der «Generation Y» der Jahrgänge 1980 bis 2000 derart Beine wie Ballettdirektor Antoine Jully. Dabei beginnt der Abend mit jenem «Neo-Biedermeier», das man so gern auf die Generation heutiger Tänzer projiziert: mit Bill T.
Jones’ «D-Man in the Waters» von 1989, ein Werk, das die amerikanische Kritikerin Joan Acocella zu Recht als «Opferkunst» bezeichnete. Bieder ertrinkt da das Ensemble in einem Meer aus Musik von Felix Mendelssohn und deutet immerzu auf Demian Acquavella, einen schon seinerzeit abwesenden, weil an AIDS erkrankten Tänzer der Bill T. Jones/Arnie Zane Dance Company. Demian wird zum «D-Man» und Dämon, den Jones mit zarter Solidarität choreografiert: im Gleichschritt und in Militäruniform. Soldaten, Polizisten, Wachleute – für Bill T. Jones und Amerika sind das nicht Zeichen von Krieg oder Repression, sondern solche der Kameradschaft. Schwer, dies auf deutscher Bühne zu vermitteln. Schwer auch, einen auf nackter Zehenspitze getanzten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 39
von Arnd Wesemann
Gleich neben dem Kaffeeautomaten, in einer Vitrine, sind sie zu besichtigen, alte Original-Instrumente aus der Münchner Zeit von Dorothee Günther und Carl Orff: Zimbeln, Trommeln und ein auf Halbtöne gestimmtes Xylofon. Zeugnisse einer Tanzschule, die Günther 1924 gegründet hatte mit dem Ziel, schöpferische Kräfte durch umfassende Bildung freizusetzen. Selbst im...
Freie Tänzer und Choreografen, so ist zu fürchten, fürchten nichts mehr als ihre Freiheit. Zwar finden alle, künstlerische Freiheit sei etwas sehr Schönes. Aber als Basis für die eigene Existenz scheint sie nur wenig zu taugen. Im Tanz sieht man es daran, wie oft das Wörtchen «Freiheit» sich paart mit dem strengen Ausdruck der «Disziplin». Freiheit sei etwas, das...
deutschland
On tour
Hubbard Street Dance Chicago zeigt Forsythes «Quintett», «Cloudless» von Alejandro Cerrudo sowie «A Picture of You Falling» und «Solo Echo» von Crystal Pite: Ludwigshafen, Theater am Pfalzbau, 4., 5. Mai; Remscheid, Teo-Otto-Theater, 8. Mai; Saarlouis, Theater am Ring, 11. Mai; Heilbronn, Theater, 14. Mai
Das Malandain Ballet Biarritz tanzt...
