le bal

Vom Hof des Sonnenkönigs zum Volksvergnügen vor der Feuerwehrkaserne. Das Herz der Ballkultur schlägt für Arm und Reich, Klassiker und Zeitgenossen.

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Keine Tanzveranstaltung der Welt gehört derart zum Selbstverständnis einer Nation wie diese in Frankreich: Jedes Jahr am 14. Juli, dem Tag der Revolutionsfeier, steigt «Le bal des pompiers», der öffentliche, eintrittsfreie Ball für jedermann, organisiert von der örtlichen Feuerwehr. Er gehört zum Nationalfeiertag, zur demokratischen Leitkultur. Aber warum die Feuerwehr? Der Ursprung des Brauchs hat mit der Revolution nichts zu tun.

Im Gegenteil, die Pariser Feuerwehr wurde erst 1811 ins Leben gerufen, von Napoleon Bonaparte: Ein Großbrand hatte das Land geschockt, unter den Toten befanden sich auch Familienangehörige des Kaisers. Das Feuer hatte sich während eines Balls entzündet.

Am 14. Juli 1790 stellten die Pariser citoyens zum ersten Jahrestag des Sturms auf die Bastille ein Schild auf die Ruinen des eroberten Gefängnisses. «Hier wird getanzt» stand darauf. Auf die Revolution folgten Restauration, eine konstitutionelle Monarchie und das Empire. Erst als 1879 die Dritte Republik die Feier der Revolution wieder einführte, begleitet von einer Schau aus traditionellen Ballszenen des 18. Jahrhunderts, gründete sich der Brauch, überall im Land am 14. Juli Volksbälle auf Straßen und ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Thomas Hahn

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