plié und plissee
Wer sich als Ballettchef einführen möchte, kann dezent Visitenkarten verteilen. Kann ein paar Leute im Hintergrundgespräch briefen. Kann das Publikum in Werkstattgespräche verwickeln. Für eine Grande Entrée – amerikanisch pompös: «Grand Entrance» – verbündet er sich indes idealerweise mit der «Vogue», um sich von Annie Leibovitz in einem Dreiteiler, Hip-Marke Doyle + Mueser, ablichten zu lassen. Als Nebendarstellerin wird ein russisches Topmodel engagiert, das von Valentino Haute Couture bis Dolce & Gabbana Alta Moda lauter Spitzenprodukte spazieren führt.
In diesem Fall durch die satt vergüldete Kulisse des Pariser Palais Garnier. So begann im November 2014 Benjamin Millepieds Ägide am Opernballett der französischen Hauptstadt: mit einem Modeshooting der Superlative, einer Luxusschwelgerei. Die Tänzerinnen, die dabei als Tutu-Statis-tinnen vor die Kamera gerieten, posieren als Schönwetterfeen: Die wolkigen Tüllschleier, in denen Maestro Millepied zeitweise versinkt, rücken ihn ins Erhabene und adeln ihn als späten Nachfahren jenes ehrwürdigen Enrico Cecchetti, den einst Edgar Degas im Elfenkreis der Ballerinen verewigte.
Millepieds glamouröse Selbstvermarktung ist keine Novität. ...
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Tanz Januar 2015
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Dorion Weickmann
ausschreibungen_____
«Think Big», Künstlerresidenz-Programm 2015 in Hannover
Für ChoreografInnen am Beginn ihrer professionellen Praxis, die eine 20-minütige Choreografie für bis zu zehn TänzerInnen erarbeiten können.
Bewerbungen bis zum 4. März an:
Ballett der Staatsoper Hannover
z. Hd. Steven Markusfeld,
Betriebsdirektor Ballett
Opernplatz 1, 30159 Hannover
«Szenenwe...
geblieben ist in der Hauptstadt eine Menge in den letzten Jahren. Ob Flughafen, Staatsoper oder Budgeterhöhung für die Freie Szene – Baustellen, so weit das Auge reicht. Auch im Tanz gab’s etliche solcher Dauerbrenner, die in irgendwelchen politischen Pipelines feststeckten. Nur hat sich da einer gefunden, der Fiktionen beherzt in Fakten verwandelt. Er heißt...
Das Farewell einer Ballerina mag viele Zuschauer mit Trauer erfüllen. Im Fall des New York City Ballet (NYCB) ist zumindest für Trost gesorgt. Auch wenn mit Wendy Whelan im Oktober ein strahlender Stern seinen Abschied genommen hat, verfügt die Kompanie über genügend Spitzensolisten, die das neoklassische Repertoire mit technischer Finesse und dramatischer Verve...
