Regensburg: Georg Reischl «Juke Box Heroes»
Georg Reischl ist der neue Tanzchef am Stadttheater Regensburg, und niemand anders als seine Tänzerinnen und Tänzer sind die Helden der Einstandsinszenierung. «Juke Box Heroes» begeistert durch Witz und Esprit ebenso wie durch das perfekte Zusammenspiel der verschiedenen künstlerischen Gewerke. Reischl interessiert sich für die Bewegung an sich, für das Ausloten tänzerischer Expression und die Fusion verschiedener Stile. Was sich abstrakter anhört, als es ist.
Denn «Juke Box Heroes» gerät auch dank der Musiktitel zur facettenreichen, kess amüsanten Parodie auf alle Arten von Imponiergehabe. Wobei sich Männer und Frauen gar nicht groß unterscheiden.
Die Hand am Hinterkopf zum Kamm aufgestellt, so gockeln die Männer. Die Frauen antworten mit spanischer Grandezza. Dabei konterkarieren Choreografie und Kostüme die Rollenklischees, weil Posen genderübergreifend aufblitzen. Im ersten Teil wird in Kleidern, im zweiten in Anzügen getanzt – schon das löst Gendergrenzen auf.
Im klinisch klaren Bühnenraum lenkt nichts ab von Tanz und Musik, Lichteffekte (Martin Stevens) und Kostüme (Min Li) intensivieren die Atmosphäre. Die großartigen Koloraturarien des Countertenors Philippe Jaroussky ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Michaela Schabel
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