corpus delicti
Verurteilt – oder doch nicht? Die 28. Kammer des Tribunal correctionnel von Paris sprach Steven Cohen am 5. Mai der «exhibition sexuelle» schuldig – zum Nulltarif. Die angedrohte Geldstrafe von 1000 Euro wurde nicht verhängt. Noch nicht einmal einen symbolischen Euro muss er zahlen. Doch daran, dass Cohen nun vorbestraft ist, ändert das nichts. Hier wurde kein salomonisches Urteil gesprochen, sondern ein sybillinisches, auch ein hinterhältiges, ein hochgradig politisches. Es steht nicht weniger als Frankreichs Ruf als tolerante, weltoffene Kulturnation auf dem Spiel.
Mit der Verurteilung des Künstlers wird ein Zeichen gesetzt, nach dem Motto: Es wird sich unter politisch oder sonstwie aufmüpfigen Performern schon herumsprechen, dass man sich besser nicht mit dem Geschmack der bürgerlich-konservativen und religiös fundamentalistischen Schichten anlegt. Denn die gewinnen an Terrain, in öffentlichen Debatten, auf der Straße, an den Wahlurnen, wie jüngst der Durchmarsch des Front National bei den Europawahlen belegt hat. Diese Klientel darf natürlich nicht provoziert werden.
Es war wohl der wachsenden politischen Nervosität geschuldet, dass Cohen für seinen Spaziergang mit angeleintem ...
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Tanz Juli 2014
Rubrik: ideen, Seite 62
von Thomas Hahn
Sie sind Amerikanerin, Lehrerin für Spiraldynamik und wurden bekannt als Tänzerin bei Maurice Béjart – ein bewegtes Leben.
Ja, ich bin in Westport, Connecticut geboren und dort aufgewachsen, bis ich 14 Jahre alt war. Danach sind meine Eltern nach London umgezogen. Wir waren zwei Jahre da, von dort ging ich nach Brüssel.
Wo leben Sie heute?
Hier in der Schweiz in...
Die Avatare ganz realer Tänzer tanzen an Gebäudefronten. Die Architektur ist ihre Bühne. Sie klettern über Dächer und Gesimse, verschwinden in Fenstern oder richten sich auf der Außenwand ihre dreidimensionale Kammer ein. Bei der Performance «What is up?» 2010 in Enschede wurden sie zu Hausbesetzern. Gesteuert werden diese Missionen von den Medienkünstlern des...
Der Vater ist nicht ganz neu. So einer saß schon in «Le jardin» von Peeping Tom, 2001, verkörpert von Simon Versnel. Aber das Brüsseler Choreografenpaar Franck Chartier und Gabriela Carrizo rollte noch selber über den Rasen, so ein Fleckchen Grün, das einem spießigen Eigenheim eine eigene Außenwelt verspricht und das Pärchen ins jauchzend-verzweifelte Schleudern...
