Spielstätten: Kaufen, Verkaufen
Das Radialsystem V in Berlin liegt direkt an der Spree, Toplage, der schönste Kulturort der Stadt. Seit 2006 bespielen Folkert Uhde und Jochen Sandig die zwei Bühnen, nachdem die Telamon Vermögensverwaltungsgesellschaft in Bochum das Abwasserpumpwerk von den landeseigenen Wasserwerken für 1,9 Millionen Euro erworben hatte.
Für den laufenden Betrieb musste die Berliner Privatbühne für Musik und Tanz gut 1,5 Millionen Euro im Jahr erwirtschaften: durch Vermietung an Firmen und hohe Saalmieten, die alle hier agierenden Künstlerinnen wie Sasha Waltz, Helena Waldmann oder Nicola Hümpel nur per Zuschuss-Antrag bei der Stadt aufbringen konnten. Mittlerweile, heißt es, sei der Bau gut 14 Millionen Euro wert – wegen Toplage. Die Bochumer wollen verkaufen, die Senatoren Berlins zurückkaufen. Kultursenator Klaus Lederer verschweigt die neue Kaufsumme, aber schwingt sich zum Retter auf: Sollte der Senat zustimmen, würde es, auf sehr lange Sicht, für den Steuerzahler etwas billiger werden, was hiesige Raumkosten und Eintrittspreise angeht.
Derweil macht ein anderer Tanz-Ort dicht: das Kraftwerk der Autostadt in Wolfsburg, der Umwelt zuliebe. Das Volkswagenwerk soll 1,5 Millionen Tonnen ...
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Tanz Mai 2018
Rubrik: Side Step, Seite 19
von Arnd Wesemann
soul chain
Auch wenn die 17 Tänzer und Tänzerinnen die ganze Zeit wie auf Zehenspitzen agieren: Geräuschlos geht die «Soul Chain» von Sharon Eyal deswegen kaum vonstatten. Dafür sorgt schon der DJ und Komponist Ori Lichtik, der mit seinen heftigen Technobeats immer wieder den Tanz so aufpeitscht, als wolle er auf «Le Sacre du printemps» von Igor Strawinsky...
Die Kompanie erst regungslos, die Tänzer jeder für sich allein, und als der Pianist Alexey Botvinov zur Aria anhebt, bewegt sich die Gruppe langsam aus der Mitte heraus. Wir kennen das Bild. Heinz Spoerlis «Goldberg-Variationen» gehörten viele Jahre zum Repertoire des Zürcher Balletts. Mit dem 1993 in Düsseldorf entstandenen Werk zu Johann Sebastian Bachs...
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
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Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Marc Staudacher
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