Ioana M. Popovici: "Portrét"
Aus Kindern werden Leute. Aber verändern sich deswegen ihre Verhaltensweisen? Ioana Mona Popovici, rumänische Choreografin in Prag, erforscht in ihrer ersten Arbeit für die tschechische Tanzgruppe Nanohach zunächst spielend soziale Mechanismen unter jungen Menschen, um sie – nach einem Moment der Besinnung – mit den ganz und gar nicht so harmlosen «Spielchen» unter Erwachsenen zu konfrontieren: eine ebenso kraftvolle wie kontrastreiche Studie, die einem das Blut gefrieren lässt.
Bezeichnend der Beginn.
Die Augen angstgeweitet steht Anna Caunerová allein im Schein eines einzigen Spots. Warum erschaudert sie lachend am ganzen Leib? Petr Smetácek hat das Ponec schwarz ausgehängt. Ein schmächtiges Bäumchen, poetisch in der linken Bühnenecke positioniert, lässt seine Kirschen fallen. Über den Köpfen der vier «Kinder», die sich wenig später mit den motorischen Streicherklängen Henryk M. Góreckis hinzugesellen, schwebt schwerelos ein Aquarium voll Fische, pelzig verkleidet, als ob Meret Oppenheim damit ein Zeichen geben möchte. Doch nichts erklärt sich aus sich selbst, und namenlos scheint zu Anfang die Furcht, die Anna Caunerová, Lea Capková, Miroslav Kochánek, Honza Malík und Marta ...
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Luftholen für eine große Aufgabe: mit weiten Rumpfbewegungen und tiefen Atemzügen versucht die achtköpfige Crew, auf großen, schwankenden Holzbohlen mitten im Raum sitzend, ihr Schiff in Gang zu bringen. Ein bunter Haufen, aus dem es in verschiedenen Sprachen tönt, ein romantischer Rebell im Stil Johnny Depps darunter, ein abgestumpfter Schlachtmeister, der «mit...
Seine besten Stücke hat der 46-jährige Martin Schläpfer, der aus der Schweiz stammende Ballettdirektor des Staatstheaters in Mainz, zu eher kammermusikalischen Kompositionen geschaffen: zu Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge», zu Ludwig van Beethovens «Diabelli-Variationen», Helmut Lachenmanns «Tanzsuite mit Deutschlandlied» oder, im Fall von «ein Wald, ein...
Nicht lang her, da wurde Malaysia ein Paradies. Ein ökonomisches, seit es so reich ist, dass der Gast aus Deutschland bedient wird mit dem Satz: «‘Tschuldige, dass wir Eure Arbeit wegnehmen.» Auch religiös lebt es sich hier angenehmer als anderswo. Auf dem schmalen Land zwischen Thailand und dem Zipfel Singapore regiert ein Islam, den sie «hadari» nennen. Flexibel....
