Performance Studies in Hamburg
Der Goldfisch im Glas. Die Geste als Sprache. Das Wort als Klang. Der Körper im Raum – ausgestellt in Pose, Bewegung, Tanz. Seine Enthüllung, Maskierung, Deformation oder Vervielfältigung im Film. So zitieren sie ironisch aus dem Performance-Einmaleins, die ersten Abgänger von Gabriele Kleins MA-Studiengang Performance Studies an der Universität Hamburg bei der Präsentation ihrer Abschlussarbeiten in der Kampnagelfabrik. Doch bleibt’s nicht beim lediglich braven Nachbuchstabieren.
Angeleitet von den Gastdozenten Kattrin Deufert, Thomas Plischke, Jochen Roller, Thomas Lehmen und Sally de Kunst versuchten die sechs Absolventen – wenn auch wenig radikal und subversiv – ihre Sicht der Dinge performativ zu formulieren: wie Stephanie Auth im algorithmischen Gedicht «MEing ME and myself».
Jula Lüthje variierte in «perHearance» Klaus Rinkes physisches Vermessen von «Wand Boden Raum» (1970). Durch spitzfindigen Witz bestach Monica Antezana in ihrer Lecture Demonstration «We Don't Know Where We Come From, But Come We Did!». Marthe Leinweber gelang sympathisch direkt, uneitel und unprätentiös ein hintergründig humorvolles Spiel mit stummem und verbalem Ausdruck: «Sprichst Du oder Geste?». ...
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«Elle(s)» steht ohne Zweifel im Plural: Das neueste Werk von Fabienne Berger ist Frauenbildern gewidmet. Portraits, die langsam ihre überlebensgroßen Münder zu einem Lachen öffnen. Frauen als kleine, auf die dunkle Rückwand projizierte Silhouetten. Sie werden beobachtet, halbwegs imitiert und so von der Interpretin auf der Bühne als virtuelle Mitspielerinnen...
Dichte Nebelschwaden steigen aus den Flussauen entlang der Marne. Von den Weinbergen der Region ist nichts zu sehen. Es ist Ende Mai – es könnte ebenso gut ein dampfend-feuchter Herbstmorgen sein. Der Zug braucht neunzig Minuten von Paris Richtung Osten ins Herz der Champagne – nach Châlons, das bis vor ein paar Jahren noch Châlons-sur-Marne hieß und sich in...
Auf den ersten Blick sind Gehmacher und Stuart viel zu verschieden, um eine Kreation gemeinsam auf die Beine zu stellen. Gehmacher ist ein Choreograf, der sparsame Zeichen im Raum platziert, ein fast vergeblicher Versuch zu kommunizieren. Stuart dagegen entwickelt ihre Bilder aus intensiver Physis und mental wahnsinnigen Zuständen. Dennoch gibt es eine...
