Simone Elliott, Alessio Burani in «Allegoria»; Foto: Bettina Stöß

Regensburg: Yuki Mori, Alessio Burani «Shakespeare Dreams»

Tanz - Logo

Sechs nackte weiße Torsi, sechs Tänzerinnen und Tänzer ganz in Schwarz mit weißen Halskrausen im Rhythmus von Julia Kents Cello-Komposition «Overlook» – sogleich wird man entrückt in die Welt von «Shakespeare Dreams» im Regensburger Velodrom. Monika Frenz‘ Bühne weitet das Geschehen in die durchlichterte Nacht kosmischer Zeitlosigkeit und gespiegelter Verzerrung. Intensiviert wird der Eindruck durch die atmosphärische Musik von Julia Kent und Ezio Bosso, die der Regensburger Ballettchef Yuki Mori als Auftakt des zweiteiligen Abends für seine «Allegoria» verwendet.

Er befasst sich darin mit Shakespeares großer Kunst der Verwandlung, den Menschen in immer neuen Rollen, die sich dennoch insgeheim ähneln und oft, wie in Shakespeares Königsdramen, um den Komplex von Liebe und Macht kreisen. 

Die Tänzer legen ihre Halskrausen ab, rotfarbig leuchten in den expressiven Pas de deux von Alessio Burani und Simone Elliott Paar-Facetten auf: Romeo und Julia, Oberon und Titania, vor allem Macbeth und seine Lady. Das Ensemble steht für das Volk und wirbelt in stets ähnlichen dynamischen Konstellationen über die Bühne. Dazwischen tanzt das rote Paar auf erdigem Boden immer wieder: innigstes ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Michaela Schabel

Weitere Beiträge
Finanznot

Die École des Sables, Mutter der zeitgenössischen Tanzausbildung in Afrika, droht finanziell zu verdursten. Von Germaine Acogny und Helmut Vogt erdacht, erbaut, belebt, betrieben und 1998 südlich von Dakar im Fischerdorf Toubab Dialaw eröffnet, kämpft die Schule um ihre Zukunft. Dass Generationen von Tänzern des afrikanischen Kontinents hier Kontakt zur...

Neuregelung

Große Sprünge sind auch künftig eher auf der Bühne möglich. Aber dank veränderter Arbeitsbedingungen haben sich für Tänzer und Tänzerinnen immerhin die Ausgangspositionen deutlich verbessert. So erhalten ab 1. April 2018 zumindest Solisten an Staats- und Stadttheatern sowie an Landesbühnen nach dem Tarifvertrag NV Bühne eine neue Mindestgage von 2000 Euro: Das ist...

Linz: Mei Hong Lin «Music for a While»

Den Versuch war es wert, auch wenn der Tanz auf der Strecke blieb: Auf der imposanten Bühne des neuen Linzer Musiktheaters sucht Mei Hong Lin in der Uraufführung «Music for a while» einen Weg, den Tanzabend sinnfällig gemeinsam mit einer Partnerin im Orchestergraben zu bestreiten. Die Tanztheaterchefin steht für klar abgezirkelte choreografische Bilder. Meist lässt...