Interview: Philip Taylor zur Tour von «Blind Date»
Philip Taylor,
in Ihrem neuen Stück arbeiten Sie zum ersten Mal mit einem «Mixed-Ability»-Ensemble – drei Ihrer sechs Tänzer sind blind. Behindert Sie das bei der Arbeit? Behindern? Nein. Natürlich muss man sich darauf einstellen. Davon abgesehen ist die Arbeit gerade wegen der ungewohnten Umstände unheimlich kreativ. Ich habe selten so viel gelernt oder so bewusst wahrgenommen, was wir da tun. Eine Behinderung ist das jedenfalls nicht.
Übrigens wollen meine blinden Darsteller auch nicht so, sondern zuallererst als Menschen behandelt werden – die nebenbei blind sind.
Gewöhnlich vermittelt sich Choreografie auch durch Vormachen und Zuschauen. Übersetzen Sie alles in Sprache? Zunächst mal dauern die Proben länger; elf Wochen. Das ist zu erwarten, wenn man mit einer so gemischten Gruppe arbeitet. Drei der sechs Tänzer sind Profis: Sophie Abrioux, Fernanda Lima, Julian Stierle. Die anderen drei sind blind und Amateure. Sie haben praktisch keine Vorerfahrungen im Tanz. Darüber hinaus fehlt ihnen auch das ganz grundsätzliche Wissen über Bewegung, das Sehende sich einfach ...
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