Foto: Roman Novitzky
Jessica Fyfe
Sie hätte Milena Jesenská verkörpern sollen, «ein lebendiges Feuer, wie ich es nie gesehen habe», so Franz Kafka einmal in einem Brief an Max Brod. Bekanntlich ist es zu dem «Kafka»-Ballett von Marco Goecke in Stuttgart nicht gekommen, und das ist schon deshalb bedauerlich, weil Jessica Fyfe so ganz und gar der Vorstellung Kafkas entspricht: Sie ist «äußerst zart, mutig, klug, und alles wirft sie in das Opfer hinein oder hat es, wenn man will, durch das Opfer erworben».
Die Bianca in «Der Widerspenstigen Zähmung» von John Cranko hat sie bereits verkörpert. Auch die Kantorka im «Krabat»-Ballett von Demis Volpi. Beides «Sternstunden» des Stuttgarter Balletts, und das nicht nur des Sternchens wegen, das auf dem Programmzettel ein Rollendebüt signalisiert. Mitten in der Spielzeit tauchte sie als Halbsolistin wie aus dem Nichts auf – an sich schon ein ungewöhnlicher Vorgang innerhalb einer Kompanie, in der man für gewöhnlich die Karriereleiter von der untersten Sprosse aus erklimmt. Die Ballerina aus Brisbane, Australien, war insofern von Anfang auch ganz da, als sie keinen Augenblick lang auf Nummer sicher ging, sondern sich spielfreudig, spontan und stupend in das tänzerische ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 172
von Hartmut Regitz
Still und leise, sanft und diskret hat er sich in die internationale Szene vorgearbeitet. Überraschende Eigenschaften, besonders wenn man sich anschaut, was der Portugiese Jahrgang 1986 so auf der Bühne anstellt. Sein Stück «Brother» (2017) beispielsweise kann man auf zwei Ebenen lesen: einmal, oberflächlich und spontan betrachtet, als Patchwork mit Bezügen, die...
Der Konzeptkünstler Peter Kees setzt «Arkadische Quadratmeter» in die Landschaft. Die symbolische Landnahme steht für eine Utopie: dass nämlich die Erde wieder der Erde gehört, statt als Staatsbesitz zu firmieren. So ließe sich auch der Körper anders denken: nicht als staatsbürgerliche Hülle, sondern als freies Wesen, das seinen eigenen arkadischen Traum tanzt....
Das Kollektiv ist tot. Es lebe das Kollektiv! Fünf Künstler und Künstlerinnen aus Island treten den Beweis an. Im Rahmen des Festivals «Togetherapart» zum 10-jährigen Jubiläum des Zentrums für Choreographie K3 in Hamburg waren sie eingeladen, ein Stück zu kreieren. «Moving Mountains in Three Essays» betitelten Sigurður Arent, Kristinn Guðmundsson, Katrín...
