Was ist Limón-Technik?
«In diesem Augenblick wurde ich unwiderruflich zu einem anderen. Ich wusste mit geradezu schockierender Plötzlichkeit, dass ich bis zu diesem Moment noch nicht wirklich gelebt hatte oder besser: dass ich keinesfalls auf dieser Erde verweilen wollte, ohne das zu lernen, was dieser Mann gerade getan hatte.» In seinen unvollendeten Memoiren berichtet der Tänzer, Choreograf und Pädagoge José Arcadio Limón über sein Erweckungserlebnis angesichts einer Tanzvorstellung des deutschen Expressionisten Harald Kreutzberg.
Bis dato hatte der 1908 geborene Mexikaner in New York Kunst studiert, war nur durch Zufall ans Theater geraten. Fortan widmete Limón sein Leben dem Tanz, studierte bei Doris Humphrey, die in seiner 1946 gegründeten eigenen Kompanie die erste künstlerische Leiterin wurde. Mit Limón verbinden sich weit weniger innovative Choreografien, sondern ein spezifischer Tanzstil, der unter der Rubrik «modern dance» gelehrt wird.
Der Limón-Unterricht basiert auf dem Prinzip der Gegensätze: Durch den abwechselnden Einsatz von Elementen wie «fall and recovery» (Fall und Aufschwung) oder «suspension» (Federung) entsteht ein ungebrochen-dynamischer Bewegungsfluss. Der Schwerkraft wird sowohl ...
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Was nicht zu beweisen ist. Denn es stimmt. Ebenso, dass in acht Jahren aus dem Tanzquartier Wien, tqw genannt, das Modell eines Anti-Theaters entstand, von dem sich stimmig sagen lässt: «Tanz ist denkbarer als schön». Schuld daran ist Sigrid Gareis, die sich vom 24. bis zum 26. Juni mit Schlachtplatte, einem Buch und einer heftigen Party ins Leben einer Solistin...
Joe Alegado, seit zwanzig Jahren leiten Sie Intensiv-Workshops am Sportinstitut Tübingen. Ihre Seminare sind voll, Ihre Studierenden sind eine Mischung aus Tanzbegeisterten und professionell Unterrichtenden. Was bringen Sie ihnen bei? Mein Schwerpunkt liegt auf der Limón-Technik....
Robert Lepage, dessen Name in deutschen Feuilletons nie ohne den Zusatz «der Theatermagier» vorkommt, ist bekannt dafür, dass seine Stücke bei der Premiere nicht fertig sind. Seit jeher begreift er seine Arbeiten als work in progress. Und weil der Weg das Ziel ist und die Kunst wie das Leben ein Fluss in Bewegung, erweitert, kürzt und ändert er seine Stücke bis zur...
