Freie Szene Berlin
Das Berliner Kunstvolk kann kämpfen. Es weiß, wie man sich positioniert, zu den Waffen greift und wie es den Hintern bewegen muss, um Erfolg zu haben. In Berlin gibt es eine Koalition der freien Szene. Wo andere Städte oft noch im Quark stecken, um der freien Szene überhaupt ein Gesicht zu geben (von Stuttgart und Dresden einmal abgesehen), ist in Berlin etwa der Verein «Zeitgenössischer Tanz Berlin» seit 2012 Schulter an Schulter unterwegs mit anderen Theaterschaffenden, Bildenden Künstlern, Literaten und Musikern. Weil es um Millionen geht.
Die Stadt erfand die City Tax und schuf damit einen Riesentopf aus der Hotelbetten-Steuer. Gemeinsam haben die Künstler nun zumindest eine Teilsumme erobert. Erstmals sollen stattliche 2,9 Mio. Euro dafür sorgen, dass in Berlin 28 mehrjährig finanzierte Projekte entstehen können, um spartenübergreifend neue Festivals, Programme, Koproduktionen oder Kooperationen zu entwickeln.
Nach dem Sieg ist vor dem Sieg. Aus den Koalitionären werden sofort Konkurrenten, sobald es darum geht, Förderanträge an die Schatzhüter zu stellen. Auf die Koalitions-Initiative des Tanzveranstalters Christophe Knoch – «Die freien Kunstschaffenden werden eine ...
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Tanz März 2017
Rubrik: Serie: Freie Szene, Seite 62
von Arnd Wesemann
Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: die charismatische Cabaret-Tänzerin Jane Avril, die zur Muse von Henri Toulouse—Lautrec avancierte, die legendäre Hysterie-Patientin Blanche Wittman, deren «Vorstellungen» in der Pariser Salpêtrière sich seinerzeit keine illustre Persönlichkeit entgehen ließ, und die zweifache Nobel-Preisträgerin Marie Curie, die...
newcomer: reginaldo oliveira
Klar kann er auch Brasilianisch: Zu Birgit Keils 70. Geburtstag ließ Reginaldo Oliveira das Badische Staatsballett in einem überschäumenden «Presente» die Hüften für die Direktorin schwenken. Ansonsten aber neigt der frisch ernannte Chefchoreograf des Salzburger Landestheaters zu ernsten, dunklen Themen: Medea und Anne Frank waren die...
Eine Tänzerin unter einer Glühbirne in einem dunklen, kleinen Raum: Trotz der Begrenzung tanzt sie in schönen großen Bewegungen – mal angezogen vom Licht, dann im Widerstreit mit ihm. Ihre Bögen werden zunehmend fahriger, die Pirouetten schneller, Gesten verlangsamen sich, enden in minimalen Bewegungen. Manchmal versiegen die Impulse, dann beginnen sie wieder ganz...
