Der Mensch
Der Mensch ist ein Gesellschaftstier, selbiges gilt natürlich auch für die Subspezies namens Theaterbesucher. Nicht wenige Schicksalsszenen der Weltliteratur ereignen sich unter Foyer-Lüstern, in prachtvollen Wandelgängen oder intimen Logen illustrer Opernhäuser. Eben überall dort, wo Gleichgesinnte aufeinandertreffen, in deren Portemonnaies auch der pekuniäre Pegelstand vergleichbare Höhen erreicht. In diesem Sinne war das Theater stets eine Beziehungsbörse, an der Freundschaften, Liebschaften, Feindschaften unter dem Vorwand gemeinsamen Vergnügens zwanglos auf den Prüfstand kamen.
Freilich gilt für all das: Es war einmal … Aber der Wunsch nach Geselligkeit ist geblieben. Wer beobachtet, wie Abonnenten einander frohgemut begrü.en – «Ist das schön, euch wiederzusehen! Du hast ja mindestens drei Kilo abgenommen, wohl vegan geworden, was?» –, der weiß: Wie fast überall im Leben bleibt auch im Parkett niemand freiwillig allein. Was erwartungsgemäß auch jede Erhebung bestätigt, die nach Wunsch und Wirklichkeit der Theaterbesucher fragt.
Von Karlsruhe bis Braunschweig, von Köln bis Oldenburg haben Intendanten in den letzten Jahren ihre Kunden befragen lassen, und der Bühnenverein hat ...
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Tanz Juli 2018
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Dorion Weickmann
Was ist ein Schisma?
«Freiheit oder Sozialismus» war die bekannteste schismatische Losung des 20. Jahrhunderts. Ein Schisma, so nennt man – abgeleitet aus der Kirchengeschichte – eine tiefe, unüberwindbar wirkende Spaltung in der Gesellschaft. Schisma heißt: radikale Abspaltung. Den Anfang machte in Deutschland Martin Luther. Er brach mit der Kirche. Als Katholikin...
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Gayle Tufts, eine Amerikanerin kommt nach West-Berlin, an die Tanzfabrik, wir schreiben das Jahr 1988, zehn Jahre nach der Gründung des Tanzkollektivs. Wie war das damals?
Damals war die meiste Arbeit schon getan. Die Möckernstraße 68 war renoviert, die ersten Liebesaffären hatten alle hinter sich gebracht. Liebe war ein sehr wichtiger Aspekt der Tanzfabrik, es...
