Woran erkennt man einen rumänischen Verkehrspolizisten?
An der verdrießlichen Miene und der schlaffen Haltung. So kann das nicht weitergehen, haben sich die Behörden von Temeschwar gedacht. Und entschlossen gehandelt. Verkehrspolizisten stehen schließlich vor Publikum, gewissermaßen auf der Bühne. Und je länger – sprich: im Stau – desto schlimmer. Es sei denn, sie bekommen zu ihren, nun ja, nicht eben vorteilhaften Uniformen und ihrer hochqualifizierten Ausbildung in Vorfahrtsregeln ... Ballettunterricht.
Wie bitte? Genau: Pirouetten auf der Kreuzung, Pliés und Arabesquen zwischen Autoschlangen, elegant geführte Port de bras, statt müdem Winken an der defekten Ampel.
Einen Monat lang sponsert die Polizei zwanzig männlichen Beamten, die besonders des Glanzes bedürfen, die Nachhilfe; der Unterricht bei zwei ehemaligen Tänzern des lokalen Opernballetts findet zunächst zweimal die Woche statt. Geeignetes Straßen-Material liefere, so die Tutoren, «Schwanensee». Neben den offensichtlichen Auswirkungen auf Haltung und Ausstrahlung erhofft sich Polizeichef Dorel Cojan einen zusätzlichen Effekt: «Vielleicht hilft es auch den traurigen oder gestressten Autofahrern, wenn sie an der Ampel stehen.» Und plötzlich ein Verkehrspolizist im Grand jeté ...
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