kultur für alle...
...hieß vor dreißig Jahren der Schlachtruf des damaligen Frankfurter Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann. Er forderte einen allen offen stehenden Zugang zur Kunst. Museen, Theater, Bibliotheken sollten Stätten jedes Bürgers sein, keine abgehobenen Musentempel. Seitdem mühen sich die Theater, immer neue Bündnisse nicht nur mit ihrem Publikum einzugehen, sondern auch mit denen, die bislang von der Kunst und ihrem Verständnis ausgeschlossen schienen: Kinder, Betagte, Behinderte, Arme, Kranke, jene Minderheiten, die statistisch die Mehrheit sind.
Dieter Buroch am Künstlerhaus Mousonturm erinnert an diese Zeit (S. 56), die heute ganz neue Kapitel aufschlägt.
Längst tanzen Kinder für Kinder etwa in Livia Patrizis Berliner TanzZeit-Jugendcompany. Ausgebildet sind sie in einer speziell auf sie zugeschnittenen «Academy». Ebenfalls in Berlin werden Jugendliche am «Houseclub» zu Inspirationsgebern von Choreografen sowie zu Probanden für künftige künstlerische Projekte (S. 14), während in Oldenburg ganze Schwärme von Bürgern nicht mehr nur politisch demonstrieren, sondern im Namen der Kunst den Rathausplatz betanzen (S. 8) oder die Bühne stürmen wie in Bielefeld (S. 64). «Zeitsprung» heißt ...
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Tanz März 2011
Rubrik: Editorial, Seite 1
von
...nennt Mei Hong Lin ihr neues Tanztheater. Was harmlos klingt, beruht auf dem «Weißen Terror» in ihrer Heimat Taiwan. Verfolgt wurde 38 Jahre lang, von 1949 bis 1987, jede Sympathie mit dem Kommunismus. Der Verdacht «Spionage für China» kostete bis zu 30.000 Taiwanesen das Leben. 1995 erklärte Präsident Lee den 28. Februar zum nationalen Gedenktag. Erst das...
Für den Ballettchef des Mainzer Staatstheaters darf es gern immer noch ein bisschen mehr sein. Glamour muss her. Da ist der in Bordeaux geborene Choreograf durchaus französisch. Bei seinem neuen Ballett «Romeo und Julia» zur Musik von Sergei Prokofjew musste der ehemalige Forsythe-Tänzer mit viel weniger auskommen. Seine Kompanie hat nur zwanzig Tänzer. Und um...
In kaum einem zweiten Land der Erde ist Tanz – nicht nur Volkstanz, auch der Bühnentanz – so sehr Teil der kulturellen Identität wie in Israel. Mit der Gründung des Staats im Jahr 1948 fanden Ausdruckstänzerinnen aus Mitteleuropa hier eine Heimat; erst später etablierten sich Modern-Dance- und Ballettkompanien. Heute sind israelische Choreografen wie Rami Be’er...
