Roberto Bolle
Roberto Bolle sei in seiner Zeit an der Ballettschule der Mailänder Scala ein sehr introvertierter, einsamer Junge gewesen. Er habe sich in den verwinkelten Räumen des Theaters geheime Plätze gesucht, um allein für sich zu trainieren, zu träumen und sich selbst zu Tränen zu rühren. Er verrät das in einem neuen Bildband, «Roberto Bolle – An Ath-lete in Tights», und hätte das natürlich nie erzählt, gäbe es keine wundersame Erlösung aus der melancholischen Einsamkeit.
Rudolf Nureyev probte an der Scala den «Nussknacker», Bolle spürte den väterlichen Blick auf sich ruhen und dann, als der Jüngling sich mal wieder davon gemacht hatte, unbemerkt in einen Tanzsaal geschlichen war, um sein Traumtanztraining zu absolvieren, da öffnete sich die Tür, und Rudolf Nureyev trat mit einem Assis-tenten ein. Bolle erschrak, weil er verbotenerweise in einem Raum tanzte, der dem Meister zugedacht war. Aber diese Vaterfigur wäre keine, würde Bolle nicht erzählen können, wie eine Legende der anderen half, auf die Beine zu kommen. Bolle tat erst so, als sei Nureyev gar nicht da, versuchte selbstversunken seine Routinen durchzuziehen, bis sich ihre Blicke endlich trafen und Bolle seine Augen schüchtern ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jirí und Otto Bubenícek sind die Zwillinge des Balletts schlechthin. John Neumeier holte sie 1993 von Prag nach Hamburg. Dreizehn Jahre später versuchten sie es mit getrennten Wegen. Jirí wechselte ans Dresdner SemperOper Ballett, Otto blieb. Jetzt tanzt er den «Orpheus» von John Neumeier. Er sollte die Zweitbesetzung sein. Als sich der Weltstar Roberto Bolle...
Brasilien ist längst das gelobte Land für Europas Choreografen geworden. Vor allem in den Favelas schürfen sie gern nach menschlichem Gold. Rachid Ouramdane fand dort Wunschinterpreten, und Storms HipHop-Herz schlägt für die Kompanie Discipulos do ritmo. Nun wurde auch Mourad Merzouki (Kompanie Käfig) an der Copacabana fündig.
Für die Companhia urbana de danza...
Weihnachten ist vorbei, die Menschheit ist beschenkt. Ihre Hand aufs versteinerte Herz verrät: Nächstes Jahr werde ich so was nicht noch einmal schenken. Und selber werde ich mir auch nichts mehr wünschen. Für sagenhafte 25 Milliarden Euro oder pro Kopf über 300 Euro soll hierzulande Zeug unter den Baum gelegt worden sein, das keiner will. Dabei wäre mit 25...
