tanz-vintage
Dem Tanzerbe zu huldigen, ist in der Ballettwelt nachgerade eine Pflichtübung. Aber was wurde Fabian Barba vor wenigen Jahren noch bestaunt, als er erzählte, er wolle Mary Wigmans Tänze – Entstehungszeit frühes 20. Jahrhundert – rekonstruieren. Heute liegt so was: voll im Trend. Dabei geht es der Sache nach um den Blick zurück innerhalb des eigenen Genres. Bei all den grenz- und spartenübergreifenden Abenteuern, die der zeitgenössische Tanz so gern praktiziert oder propagiert, ist das eine klare Beschränkung.
Und vielleicht sogar eine nützliche, weil das jahrelang hingebungsvoll gepflegte Theoretisieren über den Tanzkörper diesen atomisiert hat. Wer nun nach heilsamer Selbstvergewisserung sucht, braucht verlässliche Stützen. Die Historisierung bietet so eine. Choreografen, die darauf setzen, beweisen, dass sie eben nicht dauernd das Rad neu erfinden müssen – indem sie das alte ausbuddeln, polieren und herumrollen. Das wirkt gebildet, und ein bisschen Publikumsbelehrung wird nebenbei auch ausgeteilt. Je mehr Nichttänzer über den Tanz und seine Historie wissen, desto höher steigt seine allgemeine Wertschätzung. Und für die Wissensaneignung ist Anschauung am lebenden Objekt auf jeden ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: traditionen, Seite 54
von Melanie Suchy
Übertriebenen Nationalismus kann man dem deutschen Tanz wirklich nicht vorwerfen: Von Jean-Georges Noverre und den Taglionis über John Cranko bis William Forsythe ist die Geschichte des Balletts in Deutschland eine der Gastarbeiter – und das Publikum nahm sie stets mit offenen Armen auf. Eine eigene, dauerhafte Schule wie die Franzosen, Russen, Dänen und...
Thüringen hat seit Januar ein Staatsballett – unter vertrauter Leitung: Silvana Schröder führt das 22-köpfige Ensemble weiterhin an. Wenn an einem der beiden Standorte - Altenburg und Gera – Tanz auf dem Spielplan steht, kommen die Leute. Vor allem, wenn es einen Klassiker gibt. Dass der dann nicht so klassisch daherkommt wie gewohnt, wird akzeptiert. Zum Ende der...
im november: politik_________
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