die lehrerin miho takayasu
Miho Takayasu, was für eine Art des japanischen Tanzes ist Kagura?
Kagura ist ein etwa 1500 Jahre alter Tanz, der älteste in Japan. Er wird in einem shintoistischen Schrein von einer Solistin ausgeübt, der sogenannten Miko. Getanzt wird im Gebetsgarten des Schreins. Man erhofft sich dadurch Schutz vor Katastrophen, eine gute Ernte oder ein langes Leben. Man betrachtet ihn als ein Fest für die Götter, die mit Essen, Gesang und eben Tanz geehrt werden.
Und das sollen nun Europäer erlernen?
Nein, nicht mal Japaner erlernen diesen zeremoniellen Tanz. Man wird dazu von der engeren Shinto-Gemeinde auserw.hlt, wie ich, die ich Kagura seit meinem achten Lebensjahr, seit 1986, in Osaka ausübe. Er wird auch erst seit jüngerer Zeit wieder praktiziert. Nach 1870 hatte ihn die Meiji-Regierung verboten. Er lebte lange als eine Art Volkstanz bei privaten Feierlichkeiten weiter.
Wie kann man sich den Tanz vorstellen?
Ursprünglich fußt er auf einem Zustand des Kamigakari, einer Art spiritueller Besessenheit. Die Tänzerin soll sich in einen Zustand der Unschuld ohne weltliche Gedanken versetzen, damit die Gottheit in ihren Körper einsteigen kann. Aber das gilt nicht für den Bühnen-Kagura. Hier ist ...
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Tanz Oktober 2015
Rubrik: praxis, Seite 74
von And Wesemann
newcomer
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