live legacy project
Wer in New York die Judson Memorial Church am Washington Square besichtigen will, kann zumindest deren Fassade fotografieren. Der Aufführungssaal des ehemaligen Kirchenraums, in dem in den 1960er-Jahren die Performer der später als Judson Dance titulierten Tanzavantgarde ihre Stücke zeigten, ist nur selten zugänglich. Plakate kündigen dort heute ein eher mediokres Kulturprogramm mit Tanz-Theater und Musikaufführungen an, das den revolutionären Flair der damaligen Performance-Ereignisse vergessen macht.
Die ästhetisch-politischen Erschütterungen der Aufführungen von einst lassen sich klarer anhand überlieferter Fotografien, Videomitschnitte oder Berichte nachvollziehen – nachzulesen etwa in den Rezensionen von Jill Johnston, die das Judson Dance Theater über Jahre hinweg begleitet und darüber 1998 in «Marmelade Me» berichtet hat.
Die Judson Memorial Church in New York taugt als Ort der Erinnerung daher wenig, obwohl sich eben mit dem Washington Square der Gründungsmythos von Amerikas Performance-Avantgarde verbindet. Wichtiger als dieser Ort und andere Zentren in New York und San Francisco, wo in den 1960er- und 1970er-Jahren mit improvisatorischen Strukturen und Aufführungsformaten ...
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Tanz Juli 2014
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Sabine Huschka
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