Viel Lob
Vor der Tanzvorstellung gibt es, allseits beliebt, das Ein-führungsgespräch. Mit verhaltener Anteilnahme lauschen meist ältere Zuschauer im Seitenfoyer den lobenden Ausführungen der Dramaturgie oder Abendspielleitung, um zu erfahren, worum- es bei der folgenden Darbietung gehen wird. Zu diesem Format, wie es genannt wird, also anekdotenreichen, witzigen oder auch drögen Einführungen, gesellt sich gern das Publikumsgespräch. Es findet nach der Vorstellung statt. Hier lässt man sich die tieferen Absichten der Künstler nahebringen.
Man lobt die Befragten vor dem verbliebenen und darum wohlmeinenden Publikum: Wie schön das alles war! Die jüngste Variante dieser viel gelobten Kommunikation zwischen Zuschauer- und Künstlerschaft ist das Expertengespräch.
Beiträge von Experten sind der neuste Schrei. Sie sorgen für «Relevanz-tanz». So lautet der stehende Begriff. Man darf sich das so vorstellen: Eine Choreografin, Colette Sadler in den Sophiensälen in Berlin, oder ein Künstlerpaar wie Malgven Gerbes und David Brandstätter in den dortigen Uferstudios, laden nach der Vorstellung zur Talk-Show. Da erzählt im Anschluss an Sadlers jüngstes Tanzopus das netzkritische Tactical Technology ...
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Tanz April 2019
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Arnd Wesemann
Von nichts kommt nichts. Unter dem Titel «Young Vibes» hat die Szene Salzburg deshalb eine neue Reihe aufgelegt, die ein jugendliches Publikum in «Schwingungen» versetzen, kurz: zum Tanzen bringen soll. Dass das nicht -allein mit Tanz- und Performanceprojekten von den Hungry Sharks, von Ásrún Magnúsdóttir, dem Bodhi Project, Guy Nader und Maria Campos oder Doris...
Einen Erstling kriegt fast jeder hin, aber ein überzeugendes Sequel? Damit verhält es sich in der Schriftstellerei kaum anders als im Kulturbetrieb, wo Veranstaltungen zwar fast immer mit Kinderkrankheiten debütieren, aber dafür mit Neuigkeitswert charmieren. Insofern war es keine leichte Aufgabe, die sich Ted Brandsen, Chef von Het Nationale Ballet in Amsterdam,...
Wer «Battle» liest, denkt an Breakdance. In den 1990er-Jahren gab es, zumindest in Chicago, auch Battles für Footworker. Bei diesem Tanz bleibt der Oberkörper ganz ruhig. Nur die Füße tanzen – Spitze, Hacke, Spitze – und beschleunigen ihren Step zum sich stetig steigernden Tempo der Musik. Bei 160 Beats per minute sieht Spitze, Hacke, Spitze aus wie auf der...
