carla fracci
Carla Fracci, Italiens berühmtester Ballerina, wurde im vergangenen Jahr der Vertrag als Chefin des Balletts am Opernhaus von Rom nicht verlängert. Den Bürgermeister der Stadt, Gianni Alemanno, griff sie daraufhin vor laufenden Fernsehkameras an: «Nie haben Sie mit mir reden wollen.» Warum nicht? Weil «La Carlina» links stand, die Stadt aber wird rechts regiert. So einfach.
Der Vizepräsident des Theaters, Bruno Vespa, ist ein bekannter Journalist, der seine Primetime-Sendung «Porta a Porta» im staatsnahen Rai Uno dazu verwendet hat, Riccardo Muti nach dessen Abgang von der Mailänder Scala als neuen Chefdirigenten des Capitol-Theaters aufzubauen. Ihm entlockte er den Satz, dass Muti sich in Rom «eine weniger eindrucksvolle Ballettchefin als ‹la Carla nazionale›» wünsche.
Nun, solange Muti in Mailand war, bekamen Carla Fracci und ihr Ehemann Beppe Menegatti keinen Fuß auf den Boden, weil Mutis Ehefrau Cristina Mazzavillani Muti, Leiterin des Scala-nahen Festivals von Ravenna, schon seit Jahren Micha Van Hoecke favorisierte. Der war einst Maurice Béjarts rechte Hand an der Schule Mudra in Brüssel gewesen und erfüllte Muti, dem Demiurgen, jeden Operntanzwunsch. Als Belohnung erhielt er ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: menschen, Seite 22
von Elisa Guzzo Vaccarino
Dass «Le temps scellé» nach «Le cri» und «Les sentinelles» eine Trilogie vollendet, fiel den Schwestern Nacera und Dalila Belaza auf, als sie nun einen Pas de trois schufen – aus dem Nichts. Geplant war das nicht. Aber ein drittes Stück lädt nun mal dazu ein, etwas abzuschließen, zumal wenn man vor den ewigen Wogen des Ozeans steht, in
Biarritz, wo sie ihre finale...
Wir plädieren für das «Risiko der Jugend», sagt Peter Pleyer, um neuen Choreografen eine Plattform für kompromisslose Arbeiten zu bieten. Kompromisslos bedeutete bei ihm auch schon mal, die knappen Produktionskostenzuschüsse auf Programmzetteln transparent zu machen. «X choreografiert mit 300 Euro»: So betrachteten wir die Mühen der Unterfinanzierung. Trotzdem...
Undine sehen heißt: Undine begehren – so will es der Mythos. Die Wassernymphe sei die Verführung schlechthin, weltfremd und wehrlos, schön und scheu. Beim Essener Aalto Ballett Theater trägt Undine Sonnenbrille und einen Hauch von Satin auf dem schneeweißen Körper. Ihre Arme schlagen Wellen, sie betupft sich die Achselhöhlen, trippelt glücksverzückt auf Spitze und...
