Der Komplize: Herman Sorgeloos

Seit fast 30 Jahren arbeiten die Choreografin und der Fotograf eng zusammen: Er dokumentiert, was sie für ihre Kompanie Rosas kreiert. Ein Gespräch über die langjährige Partnerschaft von Pieter T'Jonck

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Anne Teresa De Keersmaeker, Herman Sorgeloos, wie kamen Sie beide zusammen?

Herman Sorgeloos: Alles begann mit dem «Kaaitheater Festival» in Brüssel und der Premiere von «Rosas danst Rosas» im Théâtre de la balsamine. Der damalige Festivalleiter Hugo De Greef schlug mich Anne als Fotograf vor, weil er meine Fotos von Jan Decortes «Mauser/Hamletmachine» kannte und sich vielleicht dachte, dass mein Arbeitsstil gut zu Rosas passen würde.

Obwohl ich mein Fotografiestudium an der Brüsseler Sint-Lukas-Kunsthochschule erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete ich zu dem Zeitpunkt gar nicht hauptberuflich als Fotograf, sondern war primär Assistent des bildenden Künstlers Paul Gees. Um finanziell über die Runden zu kommen, arbeitete ich nachts von 22 bis 6 Uhr zusätzlich in einem Fotolabor. Da ich noch kein Profi war, musste ich mir damals eine Leica borgen. Jedenfalls schlug mich das Stück «Rosas danst Rosas» augenblicklich in Bann. Ich weiß noch, wie ich dachte: Verdammt, wenn das Modern Dance ist, will ich mehr davon sehen! Als ich damals zum ersten Mal Rosas fotografierte, beschränkte ich mich zunächst auf Aufnahmen, die ich während der Proben aus relativ großer Entfernung machte.

Anne ...

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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Fotografen, Seite 68
von Pieter T’Jonck

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Tanzkrimi des Jahres: Das Bolshoi

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Tänzerin des Jahres: Anne Teresa De Keersmaeker

Kompanie des Jahres: Ballett am Rhein

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«publikum spielt mit: lachen, spucken, pfiffe, tierlaute #balletsrusses @tceopera #skandal», twitterte @jeancocteau am 29. Mai 1913, angehängt war die verwackelte Smartphone-Aufnahme einer tobenden Menge. Binnen Sekunden ging der Tumult im Théâtre des Champs-Elysées um die Welt, am nächsten Morgen klickte man in Petrograd und New York die Mitschnitte auf YouTube...

Blick-Einstellung

Die Fotografie kommt dem Tanz deshalb besonders nahe, weil beide ein eindrückliches Verhältnis zur Zeit unterhalten: zu ihrem Vergehen und damit auch zum Tod. Beide Kunstformen bezeugen eine Anwesenheit von Körpern. Die Fotografie, indem sie ihre Zeitlichkeit medial übertrumpft. Die Tanzkunst, indem sie die transformierende Zone eines steten Übergangs gestaltet....