Berlin: «Doda | Goecke | Duato»
Es wäre ein anderer Abschiedsabend für Nacho Duato als Intendant des Staatsballetts geworden, hätte ihn, wie geplant, Crystal Pite eröffnet. Für Kanadas verhinderte choreografische Wunderwaffe sprang Gentian Doda ein, noch Erster Ballettmeister des Ensembles. Und damit hat das Unglück einen Namen. «Was bleibt», die einzige Uraufführung des Dreiteilers, wird garantiert nicht bleiben.
Wirr wie das bühnenhoch den Raum ausspannende weiße Bändergewebe reihen sich an verschiedenen Orten der Szene enge Körperballungen von extremer Langsamkeit zum Stehballett, aus dem bisweilen jemand auszubrechen wagt. Nur um bald wieder eingesogen zu werden. Mit groteskem Gekreuch spaltet sich die Formation in versprengte Teile auf, die kaum miteinander korrespondieren.
Was die Grüppchen umtreibt – Angst in ihrem Gefängnis oder unsichtbare Bedrohung, und das zu Brumm- oder Mahlgeräusch – bleibt unklar. Abgesehen von einigen Passagen à la Marco Goecke ist keinerlei eigene Bewegungssprache erkennbar. So wirkt es auch eher lächerlich, wenn die Gruppe das Getriebe einer Dampflok zu imitieren scheint. Zerquältem ohne Zusammenklang folgen gegen Ende skulpturale Posen von Trauer und tiefen Hilflosigkeit. Als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2018
Rubrik: Kritik 7/18, Seite 38
von Volkmar Draeger
Deutschland
Berlin
Artistania
«2018_maC»: Semesterarbeit des Masterstudiengangs Choreografie am HZT: «Hysteria Tutorial» von Dina Sennhauser. 11.,12. Juli;
www.hzt-berlin.de
Deutsche Oper
Das Staatsballett Berlin tanzt «Don Quixote», choreografiert von Víctor Ullate zur Musik von Ludwig Minkus. 2. Juli Premiere «PROPS_AN_GRIMM»: Zum Abschluss der Spielzeit...
Das Jahrbuch
Ein Begriff macht die Runde, der lange Zeit ganz außer Mode, ja als ewiggestrig verschrien war. Die «Heimat» wird wiederentdeckt, quer durch alle politischen Lager, quer durch die kulturelle Landschaft. Wie es um das Verhältnis von Tanz und Heimat bestellt ist, welche Perspektiven, Entwicklungen und Bündnisse sich da überraschenderweise auftun,...
Hier gaben sich Gunter Sachs, Audrey Hepburn und Alfred Hitchcock die Ehre – 007-Held James Bond nicht zu vergessen. Der Jetset-Rummel um St. Moritz ist ein wenig abgeflaut, stattdessen läuft nun die Tanzkunst zu Hochform auf – im Rahmen des «Origen Festival Cultural», das dieses Jahr einen russischen Schwerpunkt setzt. Dazu reist auch ein Teil des Tanz-Jetset an,...
