Gabriele Naumann-Maerten
Kanadischer Tanz ist ein Exportschlager. Aber welchen Stellenwert hat der Tanz in Kanada selber? In Kanada ist vor allem in Québec in den letzten 25 Jahren das Bewusstsein stark gewachsen, wie viele Einflüsse man durch den internationalen Tanz aufnehmen kann und dass auch für die Kanadier erhebliche Chancen damit verbunden sind.
Diese Entwicklung ist aber von Provinz zu Provinz immer noch sehr unterschiedlich. Hier hilft vor allem die enorme Unterstützung auf föderaler Ebene. Kultur in Kanada ist nicht wie in Deutschland organisiert, wo sie hauptsächlich in die Verantwortlichkeit der Länder fällt. In Kanada werden auch kaum Strukturen im Sinn eines deutschen Theaters gefördert, das durch die Subvention ein Budget zur Verfügung hat, aus dem Infrastruktur, Produktion, Kreation und Repertoire getragen werden und mehrere hundert Mitarbeiter davon ganzjährig leben können. In Kanada ist diese Strukturförderung zwar vertreten, aber vergleichsweise gering. Erheblich mehr wird durch Projektmittel unterstützt.
Und wer entscheidet über die Projektmittel? ...
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Er hat mehr Einfluss auf die Tanzszene, als ihm bewusst ist. Erwin Wurm, Österreicher und Künstler. 1991 zog er sich dreizehn Pullover übereinander an. Sechs Jahre später entdeckte Jérôme Bel, dass dieses Übereinanderschichten von T-Shirts in «Shirtologie» auch Tanz sein kann – so, wie Erwin Wurm diesen «Prozess» des An- und Ausziehens eine Skulptur nannte. 1992...
