Gabriele Naumann-Maerten

Gabriele Naumann-Maerten ist Cultural Attaché – Performing Arts oder auf Deutsch: Kulturreferentin für darstellende Künste an der Botschaft von Kanada in Berlin, der größten und modernsten Botschaft des zweitgrößten Flächenstaats der Erde. Von hier aus soll nun den 84 Millionen Deutschen vermittelt werden, welches Potenzial die 33 Millionen Kanadier besitzen – auch im Tanz. Nach 25 Jahren Festivalerfahrung in Deutschland wechselte sie zur Botschaft, um zu zeigen, wo die Axt im Land der Baumfäller hängt. Das Gespräch über Kulturpolitik und Tanzstrukturen in der Heimat des Indian Summer führte Arnd Wesemann

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Kanadischer Tanz ist ein Exportschlager. Aber welchen Stellenwert hat der Tanz in Kanada selber?                                                                                                         In Kanada ist vor allem in Québec in den letzten 25 Jahren das Bewusstsein stark gewachsen, wie viele Einflüsse man durch den internationalen Tanz aufnehmen kann und dass auch für die Kanadier erhebliche Chancen damit verbunden sind.

Diese Entwicklung ist aber von Provinz zu Provinz immer noch sehr unterschiedlich. Hier hilft vor allem die enorme Unterstützung auf föderaler Ebene. Kultur in Kanada ist nicht wie in Deutschland organisiert, wo sie hauptsächlich in die Verantwortlichkeit der Länder fällt. In Kanada werden auch kaum Strukturen im Sinn eines deutschen Theaters gefördert, das durch die Subvention ein Budget zur Verfügung hat, aus dem Infrastruktur, Produktion, Kreation und Repertoire getragen werden und mehrere hundert Mitarbeiter davon ganzjährig leben können. In Kanada ist diese Strukturförderung zwar vertreten, aber vergleichsweise gering. Erheblich mehr wird durch Projektmittel unterstützt.

Und wer entscheidet über die Projekt­mittel?                                     ...

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Tanz Oktober 2005
Rubrik: Die Kanadier kommen, Seite 36
von Arnd Wesemann

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