Oldenburg: Luca Veggetti, Antoine Jully «Am Ende unser Schatten»/«Le sacre du printemps»
Bloß kein Handlungsballett. Luca Veggetti choreografiert zwar zu Arnold Schönbergs sinfonischer Dichtung «Pelleas und Melisande», die auf Maurice Maeterlincks symbolistischem Schauspiel basiert. Selbst den Titel «Am Ende unser Schatten» entnimmt er der dramatischen Vorlage, aber die handlungstragende Dreiecksbeziehung ist in die Abstraktion verschoben. Minimalistische Bewegungsmuster, Spiegel, glänzende Stäbe prägen die Uraufführung am Staatstheater Oldenburg. Maeterlincks drei Liebende sind gedoppelt.
Das sieht erst schick aus, entpuppt sich aber als Kunstgewerbe, mit dem sich die Tänzer sichtlich schwertun. Die statischen Bilder, die Zirkelbewegungen, die Anklänge ans Maschinentheater sind vor allem Annäherung an eine Moderne, die hier eher grobes Zitat ist als zwingender künstlerischer Ausdruck. Überdies steht sie im Widerspruch zur spätromantisch inspirierten Komposition des frühen Schönberg, die das Oldenburgische Staatsorchester unter Leitung Vito Cristofaros als vollen Breitwandsound erklingen lässt.
Bisweilen zieht die Choreografie tatsächlich einen Mehrwert aus ihrem Formalismus, so bei einer Liebesszene, die Caetana Silva Dias und Herick Moreira als Schattentheater ...
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Tanz Juli 2019
Rubrik: Kritik, Seite 36
von Falk Schreiber
«Schwanensee» und «Giselle»
«Schwanensee» kann man nicht oft genug sehen, schon gar nicht, wenn das Ballett ein Martin Schläpfer choreografiert hat. Wie kaum ein anderer hat der Direktor des Ballett am Rhein das Märchen aus der Musik Peter Tschaikowskys herausgehört. Und er hat es mit seinen Mitteln, wie er sagt, aus den «Körpern und Psychen» seiner Tänzerinnen...
Deutschland
Berlin
Admiralspalast
«CHICAGO – The Musical». 3.–13. Juli;
www.admiralspalast.theater
Akademie der Künste, Hanseatenweg
«Was der Körper erinnert. Zur Aktualität des Tanzerbes», Ausstellung, Aufführungen, Workshops, diskursives Programm und Campus. 24. Aug. – 21. Sept.;
www.adk.de
Anhalterbahnhof Premiere
«Fremdgehen: Demonstrationsgebiet 4»,...
Manche Choreografen führen heute ein nomadischeres Leben als ihre Tänzer. Shahar Binyamini macht gerade die Erfahrung. Sein Wohnsitz ist zwar Tel Aviv, doch dort weilt der Ruhelose kaum einmal, seit ihm immer mehr Kompanien aus Europa und Asien ihre Tänzer anvertrauen. Ein Choreograf wie er könnte es sich im Leben nicht leisten, sich einer Anti-Flug-Bewegung...
