William Forsythe: "Fivehold" in Dresden/Hellerau

Critics’ choice of the month: William Forsythe «Fivefold» und Marguerite Donlon «Romeo und Julia»

Tanz - Logo

Schwarz ist der Raum, den William Forsythe bis in die lichte Höhe des Festspielhauses hochgezogen hat. Weiß der Boden, der die Tänzer des Ensembles wie Elementarteilchen eines turbulenten Tableaux erscheinen lässt. «Fivefold» nennt der Künstlerische Direktor der Forsythe Company seine Uraufführung, mit der er endlich in seinem zweiten Domizil, in der «Gartenstadt» Hellerau angekommen ist: kein simples Stück Tanz, sondern ein höchst komplexes Ganzes, das der gefalteten Zeit immer wieder andere Bewegungsknicke abgewinnt.

Marthe Krummenacher eröffnet und beschließt die Uraufführung, die keine halbe Stunde dauert. Und sie ist es denn auch, auf die alle achten: Impulsgeberin einer Choreografie, deren Konstellationen sich ständig verändern. Denn was auf den ersten Blick wie eine grandiose Improvisation wirkt, ist in Wahrheit ein kalkuliertes, überaus kompliziertes Konstrukt. Immer wieder angestoßen, immer wieder herausgefordert von veränderten Strukturen, wechselt das sensible Chaos fortwährend seine Gestalt. Und mal vereinzelt in Solo-Auftritten, mal verfestigt in fünffachen Dreier-Formationen, fügt sich eine Szene zur anderen: ein kraftvolles Kontinuum, das von allen Beteiligten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 36
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Be CD!

«Wir sind in Deutschland. Wir spielen für Euch. Das ist ein Anfang!» Christin Vahl und Hauke Heumann schreien das gegen die Fassaden im Pariser Banlieue La Courneuve. Wie Stiere im Anlauf senken sie die Köpfe, bäumen sich gegen den Beton auf, rennen gegen ihn an. «Kontaktstücke» nennt die zwischen Frankreich, Deutschland und Westafrika agierende interdisziplinäre...

Constanza Macras: "I'm Not the Only One"

Es war einmal in Gelsenkirchen. Mit vierzehn wollte er diese Glowing-in-the-dark-Stiefel haben. Nur der Preis, den er fürs Coolsein zahlte, war hoch: Sich mit seinem  dicken, kleinen, spuckenden, aber spen­dablen Onkel ins Benehmen zu setzen, der so peinlich war, dass ihm diese Nachtglühstiefel gleich wieder zweitwichtig wurden. Onkel besaß nämlich einen Spucknapf...

Hammerfest 70° 40’ N

Norwegen war immer ein Land der weiten Entfernungen. Tausende Kilometer Richtung Nordpol. Soweit wie von Spanien nach Belgien. Und da oben soll getanzt werden? Keine Rituale der Lappen, sondern zeitgenössisch? In den Zentren wie Oslo und Bergen sind moderne Kompanien erst seit den 1990ern international bekannt. Aber das Hinterland, der wirklich hohe Norden, war...