Was denkt Christoph Winkler
Um eins gleich vorwegzunehmen: Pop ist groß, ist krass und macht Gänsehaut. Immer noch, müsste man fast hinzufügen, denn zwischendurch war ich mir da nicht mehr so sicher. Das lag eigentlich nie an den Akteuren, sondern an der Abgeklärtheit, die sich nach zwei Jahrzehnten Pop wohl zwangsläufig einstellt. Davon, in meinem Fall, fünf Jahre als DJ, Partyorganisator und Labelowner.
Zugegeben, mittlerweile beschäftige ich mich mehr mit der Pflege meiner MP3-Sammlung (ihr wisst schon: Peer to Peer), als in Clubs zu gehen, aber die Kanäle sind noch offen.
Und was darüber in den letzten Jahren angekommen ist, kann sich sehen lassen.
Bestes Beispiel: Dubstep. Nachdem Two Step und House endgültig zur Hintergrundbeschallung jeder Saatchi-Vernissage verkommen sind, und Drum ‘n’ Bass an seiner eigenen Beschleunigung kollabierte, taucht in den Clubs ein neuer Sound auf, in dem sich das Erbe von 20 Jahren Rave Culture manifestiert. Da entstehen monolithische Basslandschaften, unterfüttert mit extremen Modulationen, während die Hi-Hat so lange um das Metrum klappert, bis niemand mehr die Eins hört. Da muss man wieder richtig tanzen können. Stampfende Techno-Hedonisten dürften dabei einige Probleme ...
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Die Chefredakteurin des Abends nimmt auf dem Programmzettel kein Blatt vor den Mund. Sie widmet ihre «Zeitung» Gérard Violette, schwarz auf weiß. Violettes Zeit als Intendant des Zentrums der französischen Tanzszene, des Théâtre de la Ville in Paris, läuft ab. Das birgt auch Risiken für Brüssels Vorzeigechoreografin, die bereits ihre Residenz in Brüssels Opernhaus...
The horse is a skeleton, a sculptor’s model for an equestrian monument – the rider is real. A sad, lean figure, his sidekick short and fat; when we see the pair on the stage of the Royal Theatre in Copenhagen, we know this is the story of the man of La Mancha who fights windmills. The veiled lady in red velvet is the Dulcinea of our knight errant’s dreams. The...
Madonna ist eine Tänzerin. Der Tanz, den sie bei einem Schwulen in ihrem Heimatstaat Michigan lernte, war ihre Fluchtroute aus den Konventionen der Religion und der bürgerlichen Gesellschaft. Die ersten Kämpfe, die ich ihretwegen ausfocht, drehten sich um die Frage, ob sie eine gute oder einfach nur gut dressierte Tänzerin sei. In dem Maß, wie sie im Lauf der Jahre...
