Stuttgart: Novitzky, Adorisio, Kozielska, Stiens, Goecke «Die fantastischen Fünf»
«Jetzt geht’s ab» hieß die erste LP, mit der «Die Fantastischen Vier» 1990 in Stuttgart eine einzigartige Karriere starteten, sechs Jahre bevor Ballettintendant Reid Anderson am gleichen Ort sein Amt antrat. «Jetzt geht’s ab» könnte auch als Motto einer programmatischen Premiere dienen, die nicht ohne Grund «Die Fantastischen Fünf» heißt. Denn fantastisch ist es, wenn sich derzeit in den Reihen des Stuttgarter Balletts gleich fünf Choreografen finden, die fünf Uraufführungen bewerkstelligen und das Publikum geradezu ausflippen lassen.
Im Fall von Marco Goecke, mit dessen Kreation «Almost Blue» sich der Abend rundet, kennt die Begeisterung keine Grenzen. Von Reid Anderson 2001 im Rahmen einer Veranstaltung der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft als Ausnahmekünstler entdeckt, hat der geborene Wuppertaler auf der Basis des klassischen Balletts im Lauf der Jahre eine ganz besondere, bisweilen beunruhigende Bewegungssprache entwickelt, die einem immer wieder auch das Albtraumhafte des Tanzes bewusst macht. Nicht zufällig wirken die schwarzen Samthandschuhe, die vor schwarzem Hintergrund die Arme bis zum Bizeps beinahe zum Verschwinden bringen, wie ein Zitat aus dem Film «The Dreamers» von ...
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Tanz Juli 2018
Rubrik: Kritik 7/18, Seite 46
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