Der Zuschauer
Der Zuschauer ist das unbekannte Wesen. Wo jeder Tanzkritiker draufhaut, weil er «Fernsehballett» und eine «Ästhetik des Netten und Niedlichen» sieht, da geht der Zuschauer erst recht hin. Aus Trotz. Weil er recht haben will. Wenn nötig, sammelt er sogar Unterschriften und zieht vor den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags.
In Wiesbaden, der hessischen Landeshauptstadt, geht es gerade zu wie in den Lieblingsballetten des Zuschauers; eine unglückliche Liebesgeschichte, eine verschleppte Trennung, die zwei nicht wahrhaben wollen: der ehemalige Wiesbadener Ballettchef Ben van Cauwenbergh und sein treues Publikum. Vierzehn Jahre hatten sie zueinandergehört. Als der Intendant Manfred Beilharz 2006 van Cauwenberghs Vertrag auslaufen ließ – kurz bevor er unkündbar wurde –, begann der Aufstand. Es gründete sich eine «Bürgerinitiative zur Erhaltung des klassischen Balletts in Wiesbaden», die über 10.000 Unterschriften für den Spitzentanz und den Verbleib van Cauwenberghs sammeln konnte. Als Stephan Thoss die Ballettleitung übernahm, gab es bei seiner ersten Premiere Buh- und Bravoschlachten seitens sonst eher distinguierter Damen und Herren. Sie kämpfen. Van Cauwenbergh gewann soeben ...
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Monopoly
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