cinderella
Uralter Hut, diese Geschichte: Halbwaise fällt der Wiederheirat des Vaters zum Opfer, fristet als Küchenkraft ihr Dasein und sehnt sich nach prinzlicher Erlösung.
In jeder Märchen-Fibel ist das «Aschenputtel» vertreten, und ob dabei die handfeste Fassung der Gebrüder Grimm oder Charles Perraults eleganter schraffierte Version zum Zuge kommt, ist am Ende egal: Die böse Stiefmutter zieht (samt töchterlichem Anhang) auf jeden Fall den Kürzeren, während das reine Herz an der Seite eines blaublütigen Galans triumphiert, der keine Mühen gescheut hat, um das passende Füßchen fürs verlorene Schühchen zu finden.
Wen soll diese Schmonzette noch interessieren? Welche einigermaßen lebenskluge Frau, welcher halbwegs zurechnungsfähige Mann wird sich mit diesem Yellow-Press-Stoff abgeben wollen? In Amsterdam, wo Christopher Wheeldon Ende 2012 mit Het Nationale Ballet jene «Cinderella» aus der Taufe hob, die das San Francisco Ballet nun über den Atlantik holt, hat das Publikum eine einmütige Antwort gegeben. Stehende Ovationen, als wäre so etwas noch nie dagewesen: ein historisch verbrämtes und doch ganz heutiges Aschenputtel; eine Inszenierung, die auf Schwarzweißmalerei verzichtet und ...
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Tanz Mai 2013
Rubrik: produktionen, Seite 24
von Dorion Weickmann
_____deutschland
On tour
Das Bayerische Staatsballett II/Junior Company tanzt Ballette aus dem Repertoire: Velbert, Theater, 11. Mai; Fellbach, Schwabenlandhalle, 13., 14. Mai; Düren,
Theater, 16. Mai; Kelheim, 20., 21. Juli
staatsballett.de
Altenburg
Landestheater Das Thüringer Staatsballett tanzt «Freaks», Ballett von Silvana Schröder.
7., 12. Mai tpthueringen.de
Au...
grenoble_________
itmoi
«Sacre», so weit das Auge reicht: Eine Jahrhundertflut aus Rekons-truktionen, Relektüren, Nachaufführungen ergießt sich über die Bühnen der Welt. Mindestens einer schwimmt allerdings gegen den Strom: Akram Khans «Frühlingsopfer»- Erkundung kommt als apokryphes «iTMOi» daher, was für «In The Mind Of Igor» (Strawinsky selbstredend) steht....
historie_________
tanz im kalten krieg
hat Konjunktur, zumindest bei englischsprachigen Autoren. Rebecca Kowal verknüpft Tanzhistoriografie, American Studies und Performance-Theorie anhand der Werke zehn amerikanischer Choreografen. So gibt Anna Sokolows «Rooms» von 1955 Aufschluss über die Vereinsamung moderner Großstädter, ebnen Merce Cunningham und Paul Taylor...
