dad dancing
«Dance Doctor, Dance! The Psychology of Dance Show» stand auf dem Zettel. In der Mitte prangte das Foto eines mittelalten Mannes mit Brille, rotblondem Haar, leger gekleidet. Einen Arm hält er ausgestreckt wie einen Uhrzeiger. Ein Showstar namens Dr. Peter Lovatt, der aussieht wie John Travolta in «Saturday Night Fever».
Solche und andere Zettel liegen tausendfach beim «Edinburgh Festival Fringe» herum. Die Einladung ist unmissverständlich: «Come to Dr. Lovatt’s DanceLab and find out why we are born to boogie».
Ich kaufe ein Ticket fürs Bedlam Theatre, weil mir kein Grund einfällt, es nicht zu tun, zumal im Titel das Wort «Tanz» gleich dreifach vorkommt. Ich habe es nicht bereut. «Dance Doctor, Dance!» ist eine der kenntnisreichsten, spielerischsten, anregendsten Lectures, die ich seit Langem sah – was auch an den Zuschauern liegt. Es strömen vor allem die, die mit Tanz sonst nichts am Hut haben.
Es gibt eine Psychologie des Tanzes
Peter Lovatt ist nicht Travolta, sondern Lehrbeauftragter am Institut für Psychologie an der University of Hertfordshire. Dort betreibt er ein «Dance Psychology Laboratory». Seine Performance ist nichts anderes als eine Essenz der Forschung, die dort ...
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lässt sich auf seiner Website als Visionär feiern. Seine Choreografien seien nichts weniger als «Gedankenstrukturen», und für ihn selbst habe nur die Bewegung Bedeutung – immer sei er auf der Suche nach dem Wahren. Dieser solcherart denkende Choreograf, dessen Kennzeichen eine Synthese aus Ballett und Modern Dance ist und der 1982 das in San Francisco beheimatete...
Der Titel klingt harmlos. «Die Geschichte Lilith» hat Regensburgs Ballettdirektor Olaf Schmidt seine neue Choreografie genannt. Als könnte sie von jener Lilith handeln, die in altsumerischer und altbabylonischer Zeit als Gottheit angebetet wurde und in der jüdischen Mythologie eine Rolle spielt: nämlich als erste Frau Adams. Lilith wurde, so geht die Sage, von Gott...
