berlin: christoph winkler «la fille»
Noch ist die Bühne nicht abgeräumt. Ein paar Strohballen lassen sofort an «La Fille mal gardée» von Frederick Ashton denken. In zwiefacher Gestalt findet sich das Federvieh, und auch das rote Band ist da, das in der Uralt-Inszenierung des Royal Ballet eine nicht nur dekorative Rolle spielt. Emma Daniel könnte man sich darin durchaus vorstellen. Doch der Spitzenschuh hat im Ballhaus Ost ausgedient, und aufstampfend, geradezu bockig lässt bereits der «kindliche» Körper im ersten Alleingang ein Aufbegehren ahnen, das sich in späteren Jahren zum Problem auswachsen kann.
Der Grund dafür liegt auf der Hand. Gleich zu Anfang skizziert «La Fille» auf einer Flip-Chart ein gestörtes Beziehungsdiagramm, und die eigene Verhaltensauffälligkeit prägt denn auch ein Solo, kaum dass ein Hahnenschrei an das Originalballett erinnert. Emma Daniel tanzt es mit der Anmutung einer klassischen Ballerina, leicht hingetupft und doch immer wieder rasend schnell ins tiefe Plié sinkend: ein Auftritt, der sich sehen lassen kann und doch stets etwas Verstörendes hat, wenn sich eine «schöne» Bewegung unvermittelt in ihr Gegenteil verkehrt.
Christoph Winkler konterkariert die Ballettüberlieferung und legt in «La ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: kalender, Seite 38
von Hartmut Regitz
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strawinsky heute
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