Foto: Henryk Stenberg
Kopenhagen: Raymonda
Ballettdirektor Nikolaj Hübbe hat alle Hände voll zu tun gehabt in den vergangenen Monaten. Im Oktober hatte am Königlich Dänischen Theater «Weimar» Premiere, seit November wird im selben Haus seine «Raymonda»-Fassung gespielt. «Weimar» mag ein Versuch Hübbes gewesen sein, dem Erfolg von Twyla Tharps Frank-Sinatra-Ballett «Come Fly Away» nachzueifern. Dafür hatte sich der Choreograf ein paar Kurt-Weill-Lieder ausgesucht, es aber nicht geschafft, Rollen zu modellieren oder eine eigene Sprache zu finden.
Eklatant wird Hübbes Unvermögen, eine Geschichte mittels bewegter Körper zu erzählen, bei «Raymonda». Dass dieses Werk nun ausgerechnet auch noch einen der schwächsten Plots aller Petipa-Ballette hat, kommt erschwerend hinzu: Eine junge Frau erwartet die Rückkehr ihres Verlobten von den Kreuzzügen, doch noch bevor dieser eintrifft, macht ihr ein Sarazene den Hof. Eine «Weiße Frau» beschützt jedoch das einander versprochene Paar, und der Nebenbuhler wird hingerichtet. Im dritten Akt folgt die Hochzeitsfeier, es wird eigentlich nur noch getanzt. Man mag verstehen, dass Hübbe es unzeitgemäß fand, jenen herkömmlichen «Clash of Civilisations» zu reproduzieren, bei dem der weiße Mann den ...
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Tanz Januar 2018
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Charlotte Christensen
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