Hellmut Gottschild
Wenn Hellmut Gottschild «vom Berühren und Berührtwerden» spricht, dann denkt er an das, was zwischen 1958 und 1962 in Berlin von seiner wichtigsten Lehrerin auf ihn übergegangen ist. Ein Schatz, der ihn in die Neue Welt begleitete, als er auswanderte. Seine Gedanken nehmen in einer Lecture Performance zum 120. Geburtstag Mary Wigmans in der Palucca Schule Dresden Gestalt an. Hellmut Gottschild ist Forschender auf dem Gebiet des «Sich-über-die-Grenzen-des-Körpers-Hinausdehnens». Sein Leib sei kein Gefängnis, seine Haut keine Barriere.
Die physischen Räume und ihre Wände werden so durchlässig wie eine Membran, die Osmose möglich macht zum Atmen, Pulsieren und Fließen. «Es sind Passagen für Energie, die aus meinem Innern hinaus, aber auch von außen in mich hereinströmen können. Das Außen und Innen im Flux, einander berührend, kollidierend, durchdringend: Das ist es, was meiner Ansicht nach auch Mary Wigman gemeint hat, wenn sie vom ‹imaginären Raum› sprach, vom ‹Raum als Partner›. Das sehe ich als das Herzstück ihres Tanzes und Lehrens an und habe es für mich davongetragen.»
Vom Impuls zur Form
Hellmut Gottschild, 70 Jahre alt, hat diese Erfahrung gut gehütet. Er hat die magische ...
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