lloyd newson
Lloyd Newson,
warum sammeln Sie Interviews, um ein Stück wie «Can We Talk About This?» (tanz 10/11) zu machen? Würden Sie die gleiche Information bekommen, wenn wir dieses Interview tanzen würden? Sie haben Ihre Frage nicht in einer Tanzform ausgedrückt, also warum sprechen wir miteinander?
Vielleicht wären meine Fragen nicht so präzise, würde ich sie in Bewegung stellen. Eben. Ich benutze Wörter, weil sie präzise sind. Bewegung kann sehr offen für Interpretationen sein.
Nichtsdestoweniger wären Ihre Bewegungen wahrscheinlich sehr spezifisch, wenn ich mich jetzt auf Sie stürzen würde. Bewegung hat also mit Genauigkeit und Vieldeutigkeit zu tun, Sprache mit Präzision. Wir schreiben einander E-Mails, wir benutzen Wörterbücher, die uns genau sagen, wann wir welches Wort gebrauchen können. Sagen wir das Gleiche von Bewegung? Wie bei Wörtern der Ton sehr verschieden sein kann, sind menschliche Bewegungen höchst vieldeutig. Aber wir führen ein Gespräch, weil wir uns in etwas sehr Speziellem schnell nähern wollen.
Aber nutzen Sie nicht auch ein sehr spezifisches Bewegungsvokabular? Als Tanzkünstler musst du wissen, was du sagen willst. Zu viele Choreografen und Tänzer verlassen sich auf ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: menschen, Seite 16
von Franziska Buhre
auf disc: die kleine meerjungfrau
von John Neumeier kommt rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in den Handel. Ohnehin sind kaum DVDs von Neumeier-Balletten auf dem Markt. «Illusionen – wie Schwanensee» ist vergriffen, «Matthäus-Passion» und «Die Kameliendame» sind erhältlich. Von ihr gibt es noch die Verfilmung mit Márcia Haydée und einen Mitschnitt der Pariser Opéra...
Choreografen arbeiten gern mit Schriftstellern. So auch Jean-Christophe Maillot in Monaco mit Jean Rouaud. Der erhielt 1990 für sein Erstlingswerk «Les champs d’honneur» Frankreichs höchste literarische Auszeichnung, den «Prix Goncourt». Danach veröffentlichte er elf Romane, zwei Theaterstücke, schrieb Chansontexte für Juliette Gréco und Johnny Hallyday und einen...
newcomer: Jackson Carroll
Der Tänzer wirkt, als ruhe er sehr in sich. Und das in diesem Alter! Jackson Carroll strahlt Klarheit aus, ohne Ornament. So ein «Hier bin ich, mehr auch nicht». Man könnte die Klarheit mit Langsamkeit verwechseln. Beim Gespräch im Düsseldorfer Opernhaus trägt der 20-Jährige Jeans und blasses T-Shirt. Ein ruhiger, offener Blick. Präzise...
