tilman o‘donnell
Es mag vielleicht aberwitzig klingen, gerade einen Forsythe-Tänzer am Ende dieser Spielzeit zum Hoffnungsträger zu wählen, aber «ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode». Denn schließlich sind und bleiben die von Forsythe handverlesenen Mitglieder sowie Ehemaligen seiner Company wunderbar eigenwillige und besondere Tänzer. Wie eben auch Tilman O´Donnell, der von 2007 bis 2011 zur Forsythe Company gehörte und ihr als ständiger Gast verbunden ist.
So war er im Juni 2015 im Festspielhaus Hellerau bei der Uraufführung von «In Act and Thought» zu erleben – einer Arbeit von Fabrice Mazliah, die im Zusammenwirken mit der Forsythe Company entstand und ebenso im Frankfurt LAB gezeigt wurde. Es war das letzte Auftreten der Company in Original-Forsythe-Besetzung, bevor Jacopo Godani die künstlerische Leitung übernimmt – und alles anders wird, auch die Zusammensetzung der Truppe.
Tilman O´Donnell ist gebürtiger Amerikaner, wurde ausgebildet in Toronto, war zuerst engagiert beim Göteborg Ballet, dann beim Ballett des Saarländischen Staatstheaters sowie am Cullberg-Ballett, bevor er zu Forsythe kam. Im Stück von Mazliah, das sich auch damit befasst, wie die Tänzer künftig mit ihren ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 171
von Gabriele Gorgas
Zum ersten Mal sah ich Vanesa Aibar 2012 in Madrid bei der 21. Spanish Dance and Flamenco Choreography Competition in ihrem Solo «Era Silencio» tanzen. Alljährlich scheint es bei diesem Wettbewerb ein oder zwei Teilnehmer zu geben, die die restlichen Kandidaten überstrahlen. Diesmal war das in meinen Augen ganz klar: Vanesa Aibar. Und zwar nicht nur wegen ihrer...
Ganz geweißt erscheint am Ende ihr Gesicht. Blutrot die Lippen, gespitzt wie auf dem Bildnis von Otto Dix. Aber Maria Walser schminkt sich die «Anita Berber» nicht einfach an. Vielmehr verkörpert sie ihren Aspekt einer dreifach aufgefächerten Bühnenpersönlichkeit in der «Retro/Perspektive» von Martin Stiefermann in seiner ganzen Ambivalenz: Ichbezogen bis zum...
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