dessau
Das Theater ist ein Paradies. Die Dessauer hatten es im Sommer 2013 sogar angepflockt. Damit es bloß nicht verschwände. Jetzt stehen 1,5 Millionen Euro weniger pro Jahr im Budget dieses irgendwie auszunutzenden 1100-Plätze-Hauses, in einer Stadt, so winzig wie Meiningen: 80.000 Einwohner, 400.000 Menschen im Einzugsgebiet. Auf der Bühne verblieben: nur noch neun Tänzer. Natürlich zu reduzierten Gehältern. Als echte Spagatkünstler setzen sie alles daran, trotzdem zu gefallen. Sie wollen beweisen, dass sie auch als Minderlöhner einen Wert haben. Dabei sind alle gegen sie.
Sogar der Leiter des «Kurt Weill Fest Dessau», Michael Kaufmann, hat sich mit dem aufmüpfigen Noch-Generalintendanten des Anhaltischen Theaters André Bücker öffentlich angelegt. Und das, obgleich «Das verlorene Paradies» im Rahmen seines Festes stattfand. Vielleicht, weil Kaufmann sich mehr künstlerischen Einfluss gewünscht hätte. Wozu denn? Da dirigiert Daniel Carlberg Musik von Weill, Hindemith und Schönberg souverän als adrett arrangiertes Potpourri aus Sing- und Orchesterstücken. Die heilige Moderne eben. Entsprechend treten die neun Tänzer zunächst als göttliche Wesen auf, tragen Masken nach javanischer Art. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Arnd Wesemann
Bilder aus der Anfangszeit des Postmodern Dance: Bühnen, in die Natur gebaut, Tänzer auf Dächern und an Fassaden. Beispiele, mit denen die Berliner Choreografin Louise Wagner im Rahmen der «Urbanen TanzGeschichten» die historische Suche nach Alternativen zum Theaterraum illustriert. Aus berufenem Mund gibt es später eine Korrektur: «Street Dances wurden die Tänze...
Sie unterrichten die «ZooZ»-Methode. Was ist das?
Erst mal, ich sehe mich nicht als Lehrerin. Und «ZooZ» ist Hebräisch und meint einfach «Bewegung» – dieses Handy auf dem Tisch zu bewegen, sich selbst zu bewegen. Es geht um jede wiederholbare Bewegung. Gerade durch die Wiederholung einer Bewegung verändert sich etwas: im Kopf. Wenn ich dieselbe Bewegung mit dem...
Wo steht der Tanz 2045? Eine ganz andere Generation wird unterwegs sein. Existiert dann noch das, was wir heute unter Tanz verstehen? Oder ist der zeitgenössische Tanz in dreißig Jahren überwunden? Nachdem sich in den Berliner Uferstudios der Bulgare Willy Prager und die Kroatin Sonja Pregrad sorgfältig die Hand gereicht, eine lange Phrase getanzt und sich...
