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mark morris

27 Jahre ist dieses Meisterwerk inzwischen alt und hat doch nichts von seiner Strahlkraft, Theatralität und Liebenswürdigkeit verloren. Die Rede ist von Mark Morris’ ländlicher Ode «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato» auf Arien und Rezitative aus dem gleichnamigen Oratorium von Georg Friedrich Händel. 1740 komponierte Händel auf John-Milton-Textauszüge diese Charakterstudien über den Frohsinn und die Schwermut, die von der Mäßigung in Balance gehalten werden.

Mark Morris wiederum, damals 32 Jahre alt, choreografierte, angeleitet von Gerard Mortier, dieses barocke Pasticcio 1988 in Brüssel.
Kurz nach Mortiers Tod wurde es 2014 am Teatro Real in Madrid, seiner letzten Arbeitsstation, aufgezeichnet. Das 100-Minuten-Werk, dessen Choreograf sich in unseren Breiten immer rar gemacht hat, ist eine so leichtgewichtige wie tiefsinnige Pastorale über das Wesen des Menschlichen. In den sanft monochromen Farben der griechisch anmutenden, gleichwohl abstrakten Kostüme bewegen sich 24 Tänzer zu den Texten und Arien, ohne diese zu verdoppeln. Stattdessen bleiben sie ganz dem Stimmungszauber der Tanzmoderne verhaftet. Herausgehoben sind lediglich die Protagonisten der ...

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Tanz August-September 2015
Rubrik: medien, Seite 62
von

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