Carolyn Carlson: «Inanna»
Erleichterung schon vor der Aufführung. «Das Pub-likum ist zurück», freut sich ein Kenner des Hauses, der die schwierige Wandlung von Maryse Delentes Ballet du Nord in Carolyn Carlsons CCN mitgemacht hat, samt Auflösungsängsten. Und das Publikum dürfte bleiben. Es hat die Neue auf Anhieb ins Herz geschlossen, wenn auch der Jubel nicht darüber hinwegtäuscht, dass Carlson wieder auf der Suche nach sich selbst ist.
Ihre freie Kompanie und ihr Studio auf der Cartoucherie, vis à vis zum Théâtre du Soleil von Ariane Mnouchkine, steckten in einer Sackgasse.
Um so kreieren zu können, wie sie es sich vorstellt, brauchte Carlson andere Produktionsbedingungen, strukturell und finanziell. In Roubaix ist derweil Erleichterung spürbar, dass das Flaggschiff der Tanzszene wieder flott ist. Ohne dass je eine Bemerkung darüber gefallen wäre, dass in der Einstandskreation für sieben Tänzerinnen nicht eine aus Frankreich stammt und die Choreografin ja auch nicht. Das macht Mut in Zeiten, da die Demagogie der Vernunft den Rang abläuft. Drei der sieben Interpretinnen gehörten schon zum Ballet du Nord, aber alle stammen aus den verschiedensten Himmelsrichtungen, geografisch und choreografisch. Das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Könnten nicht Ballettkritiker an Premierensamstagen im Radio etwas Ähnliches machen wie Fußballreporter bei der Bundesliga? Wäre es nicht reizvoll, eine Ballettaufführung live zu kommentieren? Vergleiche und Statistiken etwa, wie sie in den Fußballsendungen häufig angeführt werden, ließen sich zu berühmten Klassikern im Tanz leicht zusammenstellen. Statt die...
Afro war zu Zeiten von Martin Luther King und Apartheid der Lockenlook protestierender Nachkommen afrikanischer Sklaven, die, obwohl Kinder von Feldarbeitern, richtig gut tanzen konnten. Falls sie nicht Jimmi Hendrix hießen. Der Wahlwiener Bob Curtis (© Michael Winkelmann) ist einer von ihnen, der zufällig zum Tanz kam, es dann aber gleich an die streng weiße...
Warum zieht das Tutu einen magischen Kreis um jede Ballerina? Ist es der verkürzte Reif-rock jener Mode in Versailles und das Urbild der Haute Couture zugleich? Denn warum wohl entwarfen Designer wie Jean-Paul Gaultier und Christian Lacroix ganze Tutu-Kollektionen fürs Prêt-à-porter? Welchen Eindruck bestärkt das Tutu beim Anblick einer Tänzerin? Und warum hat...
