Zwischen zwei Welten
Auf den ersten Blick unterscheidet er sich bei den Proben nicht von seinen Kollegen. Daniil Simkin verteilt Pralinen im Ballettsaal, trödelt herum, während sich andere bereits auf ihren Tanz vorbereiten. Kaum ist er aber am Drücker, legt er sich sein Stirnband an, und der Adrenalinschub wirkt: Wie auf Kommando springt er an.
Der gebürtige Russe interpretiert seine Rolle auf den Punkt: ein Präzisionsfanatiker, der einem mit raumgreifenden Bewegungen begreiflich macht, warum ihn das neue Führungsduo des Berliner Staatsballett – Johannes Öhman und Sasha Waltz – unter die «fünf besten klassischen Tänzer weltweit» rechnet. Simkin lächelt keinen Fehler weg, entschuldigt keinen Missgriff, sondern arbeitet äußerst konzentriert mit Kopf und Körper. Das zeigt sich am Folgetag bei einer Pas-de-deux-Probe. Das zeigt sich auch beim anschließenden Gespräch, das übrigens auf Deutsch erfolgt – mit einem Akzent, der sich nicht ohne Weiteres einordnen lässt.
Gestern haben Sie bei einer Durchlaufprobe genau das getan, was der Ballettmeister vorgab. Heute sah das ganz anders aus …
Ich habe experimentiert: eine Cabriole nach hinten, eine Triple Tour am Ende der Variation.
Lässt Ihnen die ...
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Tanz Mai 2019
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Hartmut Regitz
Gertrud Grunow
Wenn vom Bauhaus die Rede ist, fallen zumeist Namen wie Walter Gropius, László Moholy-Nagy und Oskar Schlemmer. Dass es in Weimar auch unterrichtende Frauen gab, hat sich nicht dem kollektiven Gedächtnis eingeschrieben. Dabei spielte die «Harmonisierungslehre» von Gertrud Grunow, eine -Variante der Rhythmischen Erziehung, eine rundum «bewegende»...
Ende März hielt der legendäre US-amerikanische Tänzer und Choreograf Steve Paxton am Brüsseler Kulturzentrum Bozar einen Vortrag – Gelegenheit für ein Gespräch mit einem der wichtigsten Wegbereiter des postmodernen Tanzes. Anlass des Auftritts war nicht nur die aktuelle Installation «Phantom Exhibition», die auf Paxtons DVD «Material for the Spine» (2008) fußt,...
Wir sind in Phase 3 des Partizipationsprojekts angekommen, das in der Regie des Hessischen Staatsballetts stattfindet: wöchentlich proben, der Premiere entgegenfiebern und miterleben, wie die Inszenierung Gestalt annimmt. Auf einer drehbaren Bühne nämlich. Sie symbolisiert die Zeit. Egal wie die Zukunft wird – sie nähert sich unaufhaltsam. Genau wie unser Auftritt...
