göteborg: Andros Zins-Browne: «Lac of Signs»
Mit seinem neuen Stück «Lac of Signs» stiftet der in Brüssel lebende amerikanische Choreograf Andros Zins-Browne gleich in mehrfacher Hinsicht Verwirrung: Die Zuschauer lernen die Performerin Chrysa Parkinson aufs Intimste kennen – scheinbar. Der Stücktitel, unverkennbar ein Wortspiel, erschließt sich – scheinbar.
Die direkte phonetische Übertragung des französischen «Lac des cygnes» ins englische «Lac of Signs» schließt spielerisch einen neuen Bedeutungshorizont auf.
Soll hier das berühmte Tschaikowsky-Ballett semiotisch neuinterpretiert werden? Wiederum nur scheinbar, denn auch hier entzieht sich Zins-Brownes Choreografie jeglicher Eindeutigkeit. Das Wortspiel bleibt unvollständig, verweist weder eindeutig auf ein Fehlen von Zeichen (lack of signs) noch auf einen Zeichen-See (lake of signs). Und Schwäne? Kommen erst gar nicht vor. Paradox?
Von der Lektüre von Walter Benjamins Klage über den Tod des Erzählens inspiriert, fragt sich Zins-Browne, wie und warum die Kunst des Narrativen im postmodernen Zeitalter aus dem Tanz verbannt wurde. Da kommt ihm «Schwanensee» gerade recht: als Paradebeispiel eines Erzählballetts. Mangels eigener Expertise fürs klassische Fach, konsultierte ...
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Tanz Dezember 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Pieter T’Jonck
Sie haben eine Ballettausbildung, tanzten lange bei William Forsythe. 1999 gründeten Sie die Künstlergruppe commerce mit, und seit 2012 sind Sie Künstlerischer Direktor des Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT), wo sie unter anderem Choreografie lehren. Wie haben Sie das selbst gelernt?
Erst einmal durch das Dabeisein als Tänzer in den Prozessen anderer...
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